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Lordi - The Monsterican Dream

Review von Odin vom 30.05.2004 (3553 mal gelesen)
Lordi - The Monsterican Dream Meine Erwartungen an dieses Album waren groß. Zwar wusste ich noch nicht einmal, wie es heisst und wann es erscheinen wird, bevor es in der Post war. Trotzdem hoffte ich, dass bald ein Nachfolger des geilen Debüts "Get Heavy" anstehen würde. Und da ist er nun.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Eine große Enttäuschung. Zu "Get Heavy" habe ich kein Review verfasst, da ich mir die Scheibe erst recht spät zulegte, nachdem ich in einige Songs reingehört hatte, aber die Bewertung wäre hart in Richtung Maximum gegangen. "Get Heavy" ist frisch, unbeschwert, frech, roh und rockt wie Sau. Es ist keine innovative Offenbarung, aber etwas ähnliches gab und gibt es derzeit eigentlich nicht. Insofern ist es klar, dass eine Fortsetzung diesen Frische-Bonus nicht mehr hat, aber "The Monsterican Dream" krankt noch an anderer Stelle.

Die Songs entstanden größtenteils in Zusammenarbeit mit Producer Hiili Hiilesmaa (HIM, AMORPHIS, SENTENCED) - was die Vermutung nahe legt, dass LORDI nach dem grandiosen Erfolg des letzten Jahres (Single "Would You Love A Monsterman" vier Monate in den Charts, mehrfach Nummer 1) von Plattenfirma und Management in die Zange genommen wurde, um einen erneuten Chart-Erfolg zu produzieren (wenn wir mal voraussetzen, dass es nicht die eigene Idee war). So klingen die meisten Songs leider auch glatt und glitschig. Sie schmeicheln sich zart an und gehen runter wie Öl, aber ohne echte Berührung oder gar Eindringen in tiefere Wahrnehmungsebenen. Zwar gibt es wieder eingängige Melodien und Hooks sowie Mitgröhl-Chöre, doch setzt sich nichts davon derart fest wie der Hammer-Rocker 'Devil Is A Loser'.

Vielleicht liegt es auch am erheblich aufdringlicheren Einsatz von Enary's Keyboards und Synthy-Sounds, dass das Rock'n'Roll-Feeling verloren geht und Songs wie 'Pet The Destroyer' trotz coolem Riff und rockendem Groove total uninspiriert klingen. Ich kann es mir kaum erklären, aber die Schlagworte die mir einfallen sind "uninspiriert, glatt, poppig" u.ä., obwohl tatsächlich die Grundlage dem Debüt extrem ähnlich ist.

Pluspunkte setzt es für das plattformübergreifend abspielbare MPEG-Video zu 'Blood Red Sandman' auf der CD. Airplay ist nicht ganz unmöglich, wenn man sich ansieht, was sowieso schon an horrend abstoßendem Zeug auf den Musiksendern läuft - recht nett gemachte, kleine Gruselgeschichte. Überhaupt sind LORDI's Lyrics (die er immerhin noch selbst schreibt) noch mehr im Stil der Kostüme gehalten als bisher. Passend dazu gibt es im Limited Digipak auch noch eine 31 Minuten lange Horrorstory, in der die Band in Charakterrollen schlüpft. Bestimmt recht unterhaltsam, ebenso wie LORDI live mehr Laune machen als dieses zweite Album.

Die Songs sind nicht schlecht, so startet 'Wake The Snake' mit einem klassischen Power Metal Riff und wird mit dem Chorus zu einer klassischen Metal Hymne. Nett, aber auch nicht zwingender als irgendwas von PRIMAL FEAR - obwohl der Vergleich nicht ganz passend ist, sorry.

Ohne jetzt noch weiter in die Details zu gehen: "The Monsterican Dream" ist ein Rock'n'Metal Album mit ordentlichem Groove und Unmengen netter Hooks und Melodien. Potentielle Ohrwürmer haben sich leider als wenig effektiv erwiesen. Ein guter Teil der Kritikpunkte ergibt sich wohl aus der hohen Lage der Messlatte, die LORDI sich mit dem Debüt selbst gesetzt haben. So ist die Bewertung entsprechend schwer, aber für mehr als gehobenes Mittelfeld reicht es mit diesen aalglatten Songs nicht.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Threatical trailer
02. Bring it on (The raging hounds return)
03. Blood red sandman
04. My heaven is your hell
05. Pet the destroyer
06. The children of the night
07. Wake the snake
08. Shotgun divorce
09. Forsaken fashion dolls
10. Haunted town
11. Fire in the hole
12. Magistra nocte
13. Kalmageddon
14. Blood red sandman (Video)
Band Website: www.lordi.org
Medium: CD
Spieldauer: 46:10 Minuten
VÖ: 01.06.2004

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