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Timor Et Tremor - Upon Bleak Grey Fields

Review von Gravedancer vom 05.06.2012 (1176 mal gelesen)
Timor Et Tremor - Upon Bleak Grey Fields Als ich den Namen TIMOR ET TREMOR das erste Mal las, musste ich an Folk Metal oder Mittelalter-Rock denken... ...ihr wisst schon, diese Musik, in der traditionelle Instrumente der klassischen Rockmusik mit Dudelsäcken, Schalmeien und anderen altertümlichen Musikinstrumenten quasi aufgepeppt werden. Nach genauerem Betrachten des Bandlogos und des Albumcovers der hier vorliegenden Scheibe wurde mir schnell klar, dass die 2005 in Kassel gegründete Band nur eins spielen würde: Black/Pagan Metal. Nach einem eher unscheinbaren Demo ("The Winding Path", 2007), das stellenweise stark an IMMORTAL in ihren Anfangstagen erinnert, konnte man den Untergrund bereits mit zwei weiteren Veröffentlichungen ein wenig aufwühlen. Auf dem Demo "My Oaken Chest" von 2009 waren dann schon etwas mehr melodische Lead-Gitarrenläufe vorhanden. Auf metal-archives.com wird das Demo als Full Length angegeben. Da es jedoch vollständig selbst produziert und auch nur online veröffentlicht wurde, sollte man es eher als zweites Demo betrachten (dann fällt einem auch die dünne Produktion nicht so schwer). 2011 erschien dann noch eine 3-Track-EP ("Towards The Shores Of Light"), auf der man zwei Songs der beiden Demos neu aufgenommen hatte, sowie einen komplett Neuen zum Besten gab, der dann auch auf der hier vorliegenden Scheibe zu hören sein wird. Die EP hatte erstmals eine zeitgemäße, aber dennoch kühle, schwarzmetallene Produktion und darf als Bindeglied zwischen der Demophase und dem kommenden Album 'Upon Bleak Grey Fields' betrachtet werden. Alle drei Werke (Demos, EP) stehen übrigens immernoch auf der Band-Homepage kostenlos zum Download zur Verfügung.

Wer die drei genannten Werke kennt und mag, darf sich freuen, denn allzu viel hat sich auf "Upon Bleak Grey Fields", rein musikalisch gesehen, nicht geändert. Es werden Black Metal-typische Blastbeat-Attacken mit melodischen Gitarren-Leads und groovigen Parts verbunden, in denen auch mal ein cleaner Gesang für ungeahnte Atmosphäre und Abwechslung sorgen kann. Das Intro bleibt zwar nur ein Intro, dauert mir aber etwas zu lange, gerade weil die ganze Zeit ein einleitender Text vorgetragen wird, und das zudem auch noch rhythmisch an die unterlegte Musik angepasst. So was kommt meist etwas besser rüber, wenn man den Text nur frei vorträgt. Egal, ist ja nur ein Intro. Mit 'Solstice' hat man sogleich einen der besten - und vor allem abwechslungsreichsten - Songs am Start, der zu Beginn im groovigen Mid-Tempo daher walzt, mit gewohnten Blastbeats fortfährt (das wechselt sich dann ein paar Mal ab) und zwischendurch auch mal einen Thrash-Part (auf die Drums bezogen) aufzeigt - leider die einzige Stelle auf dem Album in dieser Geschwindigkeit. Mindestens genauso stark ist das sieben Minuten lange 'Eternal Woe', in dem vor allem das gelungene Hauptgitarren-Lead sowie der atmosphärisch, groovig vorgetragene Schlussteil mit cleanem Gesang überzeugen können. Auch 'Nights Radiance' hat durch sein gelungenes, frostiges Main-Riff hohen Wiedererkennungswert. Doch beim anschließenden 'Shores Of Light', das größtenteils im Mid-Tempo gehalten ist, merke ich, wie mir plötzlich die anscheinend omnipräsenten Lead-Gitarren auf den Senkel gehen. Der Song scheint durch sein beinahe durchgängig schleppendes Tempo das Album ein wenig aufzulockern, ist mir mit seinen sechs Minuten aber einfach zu langatmig. Auch die beiden Nachfolger 'Helrunar' und 'Funeral Dawn' haben zwar ihre Momente, doch auch nach mehrmaligen Hören kann ich mich nicht mehr an sie erinnern und so plätschern sie jedes Mal irgendwie an mir vorbei. Zum Schluss hat man noch einmal einen Song vom ersten Demo - 'Northern Lights' - neu aufgenommen. Ein würdiger Abschluss, der wieder mit sehr viel Abwechslungsreichtum auftrumpft und eingängige Riffs vorzeigen kann. Diesem Stück wird erst durch die gute Produktion seine Klasse entlockt.

Letzten Endes denke ich, dass hier noch nicht alle Möglichkeiten der Band ausgeschöpft sind. Zum einen ist da das kühl wirkende Cover-Artwork, das einen recht gut auf die Musik einstimmt. Weiterhin ist die Musik mit einer geilen, druckvollen, aber dennoch frostigen Produktion versehen und mit 'Solstice', 'Eternal Woe', 'Nights Radiance' und 'Northern Light' (die auch als Anspieltipps gesehen werden dürfen) sind auch richtig gute Stücke enthalten, denen ich es verdanke, dass ich mir die Scheibe immer wieder reinziehe. Die restlichen Drei sind aber eher Mittelmaß und das Intro skippe ich immer. Weiterhin werden an manchen Stellen auch die starken Stücke durch die lange Spielzeit ein wenig langatmig.
Empfehlen möchte ich natürlich allen voran den Black- und Pagan Metal-Fans, einmal in "Upon Bleak Grey Fields" reinzuhören (alle anderen sollten das vor einem eventuellen Kauf ohnehin tun!). Wer Gefallen an den älteren Sachen findet, der wird auch mit dem offiziellen Debüt keinen Fehler machen! Hier nochmal der Hinweis: Downloads der ersten drei Scheiben auf der Band-Homepage möglich! Somit verbleibe ich bei TIMOR ET TREMORs Debüt mit einigen Höhepunkten aber auch durchaus ausbaufähigen Momenten mit 6.5 Punkten.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
1. Of Fame And Doom (Intro)
2. Solstice
3. Eternal Woe
4. Nights Radiance
5. Shores Of Light
6. Helrunar
7. Funeral Dawn
8. Northern Lights (re-recording)
Band Website: www.timor-et-tremor.de
Medium: CD
Spieldauer: 43:27 Minuten
VÖ: 15.06.2012

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