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Angel Witch - As Above, So Below

Review von Warlord vom 14.04.2012 (1857 mal gelesen)
Angel Witch - As Above, So Below ANGEL WITCH sind eine bedeutende Band der NWoBHM, und das mit nur einem Album, ihrem ersten. Danach kamen Personalprobleme und halbgare Scheiben, die noch eine Weile aufgrund des legendären Rufs der Band beachtet wurden, dann aber sang- und klanglos in der Versenkung verschwanden. ANGEL WITCH waren auf dem ersten Album noch eine Band, allerdings mit einem hochaufragenden Kopf: Sänger, Gitarrist und alleiniger Songwriter Kevin Heybourne. Seine unverwechselbare Gitarrenarbeit und die ebenso einzigartige melodiöse Stimme prägten den Sound des klassischen Albums. Nun ist die Band in neuem Line up zurück mit einem Konzept, das unmittelbar an diese Zeit anschließen soll und zu diesem Zweck auch gleich mehrere nie offiziell veröffentlichte Kompositionen aufbietet.

Es geht gleich los mit 'Dead Sea Scrolls' aus den Jahren 1983/84, ein idealer Eröffnungstrack mit langsamem Beginn, der schnell in einen Uptempopart übergeht. Mächtig Dampf wird da gleich gemacht, energisch nach vorne gerifft und über all dem thront Heybournes melodiöser kraftvoller Gesang und sein simples aber stets einfallsreiches Gitarrenspiel. Andrew Prestidge spielt dazu ein dynamisch-abwechslungsreiches Schlagzeug, das erfrischend natürlich klingt. Eine Wohltat bei all den computergenerierten Drums, die man bei vielen ach so 'modernen' Produktionen über sich ergehen lassen muß. Will Palmers Bass bleibt unauffällig, ist aber hörbar und das ist doch auch schon was. 'Into The Dark' hat das typische, etwas schräge Riffing, wieder verschränkt mit melodiösen Parts. Kein Wunder, ist die Nummer doch eine der ältesten und gehörte schon Ende der 70er Jahre zusammen mit 'Guillotine' zum Liveset der Band. Erstaunlicherweise enthält sie gegen Schluß einen DIAMOND HEAD-artigen Speed-Teil über den Heybourne passend zum Gitarrenriff einen (nur ein bisschen und das bewusst!) schrägen Refrain singt. 'Gebura' ist ein neues Stück und dem unmittelbaren Vorgänger fast schon zu ähnlich. Die Nummer ist nur guter Durchschnitt, was man vom folgenden Epos 'The Horla' nicht behaupten kann. Geht klassisch mit Akkustikgitarren los, über die Heybourne wunderschöne melodische Zeilen singt. Zwischen den Strophen sorgen die typischen ANGEL WITCH-Doppel-Leads für abwechslungsreiche Akzente. Überhaupt ist das Stück klassischer Hardrock und geht natürlich am Ende in einen Uptempo-Part mit frenetischen Gitarrenattacken über (6/8 Galloppl-Takt nenne ich das mal, ihr wisst schon, mit Beckengeklingel!)

'Witching hour' eröffnet Seite 2 (haha), wieder ein älterer Track von Anfang der 80er Jahre, energisches Riffing und gleichzeitig hochmelodisch. Ich wiederhole mich vielleicht, aber mehr gibt es zu diesen klassischen HEAVY-METAL-Songs kaum zu sagen, macht einfach Spaß zu hören, nicht nur dann, wenn man mit diesem Sound aufgewachsen ist. Apropos Sound: Wenn es etwas an der Produktion zu bemängeln gibt, ist es allenfalls die etwas stiefmütterliche Behandlung des Basses, der lediglich die Gitarre unterstützt. Hier hätten durch ein paar markante Bassläufe noch weitere Akzente gesetzt werden können. So regiert eben die Gitarrenwand von Heybourne, naja, ER ist der Boss! Außerdem: auf dem ersten Album war das auch nicht anders. Wie schon gesagt, Gitarre und Drums sind 1ATipTop, so muß HEAVY METAL im Idealfall klingen und zwar nicht nur im Falle von vor 30 Jahren, sondern auch HEUTE!. 'Upon This Cord' ist wieder ein neuer Song und bemüht einmal mehr den von manchen durchaus richtig als "eigenwillig" eingestuften Gesang vom Typ 'Into The Dark'. Leider wie 'Gebura' nur guter Durchschnitt und wieder zu ähnlich dem Prototyp. Dass das Stück fast nur aus zwei Akkorden besteht untermauert der "Scary"-Picking-Part am Schluß. Dann 'Guillotine', ein Stück das eigentlich auf dem ersten Album hätte erscheinen sollen. Das coole Strophenriff rettet den allzu simplen Refrain, der aber entgegen anderslautender Meinung keineswegs endlos sondern nur (aller guten Dinge sind) DREImal wiederholt wird (übrigens nicht nur im Refrain selbst, sondern - klassisches Ebenmaß - im gesamten Stück!). Gute Nummer! Mit 'Brainwashed' beschließt dann ein neues Stück die Platte, Heavy-Riffs galore und ein mächtiger Refrain setzen einen fulminanten Schlußpunkt.

Fazit: Ein gelungenes Comeback-Album, mit dem Meister Heybourne zufrieden sein darf. NATÜRLICH ist der "Vorgänger" übermächtig und nicht zu toppen, aber die Attitüde, nun endlich an dieses Meisterwerk anzuschließen, ist sehr sympathisch, und die Verewigung der 4 alten Tracks für Fans eine Offenbarung. Mit 'The Horla' und 'Brainwashed' sind zwei sehr gute neue Stücke vertreten, insbesondere ersterer hat das Zeug zum Klassiker. Die restlichen beiden Tracks haben ebenfalls ihre Meriten, der etwas schwächere 'Upon This Cord' trübt den sehr positiven Gesamteindruck nur minimal. Diese (Zweit-)Kritik ist entstanden, weil der werte Kollege DES doch etwas ruppig und unsachgemäß mit diesem kleinen Edelsteinchen umging und ich seine etwas oberflächlichen Meckereien insbesondere bezüglich des Sounds so nicht stehen lassen konnte(Anm. d. Red.: das Review von des findet ihr hier). Zu diesem habe ich oben bereits alles Notwendige gesagt, musikalisch ist hier eine gute 8,5 angebracht und weil ich mich so auf das gleich erfolgende (geschätzte 1011te) Hören des Klassiker-Debutalbums freue, gebe ich noch einen halben Sympathiepunkt mit für diese METAL-LEGENDE, bei der übrigens Bill Steer (Ex-NAPALM DEATH, CARCASS, FIREBIRD) inzwischen live die zweite Gitarre bedienen soll. Werde ich mir wohl mal geben müssen dieses Jahr!

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Dead Sea Scrolls 5:59
02. Into the Dark 5:11
03. Gebura 5:24
04. The Horla 7:29
05. Witching Hour 5:49
06. Upon this Cord 6:33
07. Guillotine 6:53
08. Brainwashed 7:10
Band Website: http://www.myspace.com/youranangelwitch
Medium: CD
Spieldauer: 50:28 Minuten
VÖ: 12.03.2012

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