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Geist - Feuerengel

Review von Stormrider vom 30.01.2011 (2074 mal gelesen)
Geist - Feuerengel Gegründet im Jahre 2000 veröffentlicht die Kölner Band GEIST dieser Tage ihr zweites komplettes Album "Feuerengel". Kein leicht verdaulicher Stoff und für Scheuklappenträger definitv ungeeignet.

Progressiver Alternative Rock mag zwar als Oberbegriff passen, in eine bestimmte Stil-Schublade wollen sich GEIST dennoch nicht so Recht stecken lassen. Hier und da hört man den Einfluss von PEARL JAM und in den ruhigen Momenten erinnert der Sound des Quartetts auch mal an CREED, allerdings sind genrefremde Einflüssen wie die vereinzelt eingestreuten Synthie- bzw. Elektroparts, funkige Gitarrenlicks oder Punk- und Countryanleihen genauso wichtiger Bestandteil des Gesamtsounds. Die Songstrukturen folgen selten den bekannten Schemata und gerade wenn man sich freut, dass das Gaspedal mal durchgetreten wird, kommt auch schon das nächste balladeske Break und vice versa. Häufig werden gleich mehrere Stile in die Songs integriert und doch gelingt GEIST dabei der schwierige Spagat die Songs nie zu unzugänglich zu gestalten, denn meist hat ein Riff oder eine Gesangsmelodie genügend Ohrwurmcharakter, um die teils recht sperrigen Strukturen aufzubrechen.

Scheiden werden sich die Geister bestimmt auch am Gesang von Fares Rahmun, welcher das textliche Spektrum von tiefgründig-bedeutungsschwanger bis hin zu nah am Schlager vorbeischrammend komplett ausreizt. Er erinnert mich in seiner Phrasierung, dem Pathos und der oft eingestreuten Theatralik häufig an Michael Rhein von IN EXTREMO. Leider verlässt Fares sein Wohlfühlspektrum nur selten. Zwar sind die Gesangslinien in den Songs durchaus abwechslungsreich, aber den Vocals würde der ein oder andere Abstecher in eine andere Tonlage nicht schaden. Ansonsten wird für meinen Geschmack das häufige Wiederholen von einzelnen Phrasen und Satzfragmenten, um die Aussage zu verstärken, etwas oft bemüht. Das sollen aber auch schon die einzigen Kritikpunkte an einem ansonsten starken Album sein.

Als Anspieltipps eignen sich vor allem der Opener und Titelsong. Dieser ist zu Recht als erste Single ausgekoppelt worden, handelt es sich hierbei doch um einen tollen Rocksong, dessen Refrain sofort im Ohr hängen bleibt und der absolutes Hitpotential hat. Was auch den, laut Labelinfo, direkten Einstieg des Songs in die Deutschen Clubcharts erklären dürfte. Das Potential langfristig in den Clubs die Tanzflächen zu rocken hat 'Feuerengel' auf jeden Fall.
Textlich basierend auf einer wunderbaren Leck-Mich-Einstellung spiegelt 'Den Teufel Tun' dann die gesamte Bandbreite des Bandsounds wieder und vereint die verschiedensten Stile. Das Intro, von Morsezeichen und Elektrosounds begleitet, wird durch ein treibendes Rock-Riff abgelöst, bevor die Strophe von funky Gitarren begleitet wird und der Song zum Ende hin etwas chaotisch punkig wirkt. Die Screams innerhalb des Songs wirken dabei indes etwas entbehrlich, schmälern aber das Gesamtbild nur unwesentlich.
Weitere Highlights stellen sowohl 'Beschwörer' dar, welches von seinem abwechslungsreichen Refrain lebt der, im Midtempo gehalten, von schönen Drumbreaks durchbrochen wird, als auch 'Strom', das in den Strophen hauptsächlich von seinem Drumbeat getragen wird und ebenfalls mit einem starkem und sehr eingängigem Refrain punkten kann.

Fazit: Wie eingangs erwähnt ist GEIST eine vielschichtige CD gelungen, mit der sich die Band derzeit eine eigene Nische in der deutschsprachigen Rockmusik geschaffen hat. Lässt man sich auf das Album ein, so gibt es eine Menge unterschiedlichster Musikstile, tolle Melodien und Details zu entdecken. Genauso wie unerwartete Breaks und Songstrukturen. Das garantiert zwar eine lange Halbwertszeit, macht "Feuerengel" aber für das Gros des Mainstream-Publikums vermutlich zu speziell und für den klassischen Hard-Rocker fehlen vielleicht doch ein oder zwei straightere Rocknummern ohne Stilverzweigungen. Wer aber gerne mal über den musikalischen Tellerrand hinaus schaut, ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Rockalbum Album sucht und Spaß daran hat, neues zu entdecken, dem sei "Feuerengel" durchaus ans Herz gelegt. Sollte die Band in Zukunft weitere Songs der Klasse des Titeltracks am Start haben, kann ich mir durchaus vorstellen, dass man noch ein paar Stufen der Karriereleiter erklimmt.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Feuerengel
02. Strom
03. Panzer
04. Den Teufel Tun
05. Ameisen
06. Beschwörer
07. Mein Herz
08. Schwerelos
09. Wunder Stern
10. Schweig Mich Tot
11. 28
Band Website: www.geistreich.org
Medium: CD
Spieldauer: 47:22 Minuten
VÖ: 28.01.2011

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