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Moonspell - The Antidote

Review von Odin vom 29.09.2003 (2724 mal gelesen)
Moonspell - The Antidote Einen Preis für ein reinrassiges Tier mit Stammbaum und tadelloser Erfüllung aller Züchtungsmerkmale könnten MOONSPELL mit dieser Scheibe sicher nicht gewinnen. Dafür haben sich in der Bandgeschichte schon zu viele verschiedene Einflüsse angesammelt, die jetzt mal alle zusammen auf einem Silberling verwendet werden wollen. So finden sich auf "The Antidote" Gene von Todesblei bis Tribal Drumming, von gothisch-melancholischer Stimmung bis zu schwarzer Raserei.

Bereits der zweite Titel 'From Lowering Skies' mutet zunächst fremdartig an. Da hat doch irgendein Straßenköter aus Südamerika seinen Teil beigesteuert, oder wo kommt dieses - zugegeben nicht uncoole - Tribal Drumming und die angezogene Handbremse her? Erst der Refrain erlöst den Hörer aus der Anspannung, die der hörbar gebremste Schaum mit sich bringt. Auch das folgende 'Everything Invaded' ist nicht gerade ein Windhund. Hier liegt mehr Augenmerk auf der Stimmung, der düsteren Atmosphäre und dem bedrohlichen Knurren als der kläffenden Verfolgungsjagd des Refrains. Zu diesen langsamen Titel fiel mir TIAMAT als Referenz ein, an die ich mich immer mal erinnert fühlte (habe richtig Lust bekommen, mal wieder "Wildhoney" zu hören).

Die Bluthunde werden nur sporadisch losgelassen, in den Refrains oder um ein Opfer endgültig zur Strecke zu bringen. Dann entwickeln sich ganz nette Banger wie etwa 'Capricorn At Her Feet', das das Wild durch heftiges Stampfen aufzuscheuchen versucht. Jedoch auch dieses Exemplar schleppt sich eher als dass es eine Hetzjagd anstimmt. Und wenn man denkt langsamer geht nicht mehr, dann kommt noch 'Lunar Still' daher und belehrt die Jury eines besseren. Dieses Tier hat höchstens zwei Beine übrig, mit denen es sich mehr kriechend denn humpelnd fortbewegt - ein Trauerspiel für Keyboard und heiser flüsternde Stimme, das dem ganzen Album einen Abzug von mindestens einem Punkt beschert. Daran ändert auch der schwarzmetallische Teil nach dreieinhalb Minuten nichts mehr.

Zeitweise konnte mich "The Antidote" richtig fesseln, mich gut unterhalten. Allerdings ist das sehr stark von der Stimmung abhängig (die von der Düsternis dieser Scheibe auch nicht unwesentlich beeinflusst wird). Für ein wirklich starkes Tier ist dieses Exemplar einfach zu langsam, zu undefinierbar. Erst 'Crystal Gazing' kann mit Riffs und rockender Geschwindigkeit aufwarten und so den Glanzpunkt setzen, den dieser wilde Mix zu bieten hat.

Dunkle Winterabende, rituelle Selbstkasteiungen und ähnliche Stimmungslagen könnten durchaus für den Genuss von "The Antidote" geeignet sein, aber die Alltagstauglichkeit ist sehr gering.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
1. In And Above Men
2. From Lowering Skies
3. Everything Invaded
4. The Southern Deathstyle
5. Antidote
6. Capricorn At Her Feet
7. Lunar Still
8. A Walk On The Darkside
9. Crystal Gazing
10. As We Eternally Sleep On It
Band Website: www.moonspell.com
Medium: CD
Spieldauer: 54:34 Minuten
VÖ: 29.09.2003

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