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Iron Maiden - A Matter of Life And Death

Review von CaptainCook vom 30.09.2006 (2523 mal gelesen)
Iron Maiden - A Matter of Life And Death Helmut Kohl hat vor einigen Jahren mit Blick auf den Nationalsozialismus einmal von der Gnade der zu spät Geborenen gesprochen. Als Fan von IRON MAIDEN geht es mir genau anders herum. Als „Fear of the Dark“ 1992 in die Läden kam, war ich gerade einmal elf Jahre alt und so war es ein „Fluch der zu spät Geborenen“, der mich regelmäßig an mittelmäßigen Neuerscheinungen verzweifeln ließ. Dann kam plötzlich „Brave New World“, und mit dem Wiedereinstieg von Bruce Dickinson und Adrian Smith schienen die Eisernen Jungfrauen die Kurve gekriegt zu haben. Kein Wunder, dass ich nach dem Betriebsunfall „Dance of Death“ der Veröffentlichung von „A Matter of Life and Death“ frohen Mutes entgegen sah.

Nun fühle ich mich ein bisschen wie ein Kind, das zu Weihnachten statt der neuen Rennbahn ein paar gestrickte Socken von Oma bekommen hat. Klar, Oma konnte schon immer gut stricken und an der Qualität kann man auch dieses Mal nichts aussetzen, aber eigentlich hatte ich auf etwas anderes gehofft. Um es vorweg zu schicken: wären das nicht MAIDEN und würde Bruces Gesang nicht jedes Album dieser Welt auf eine andere Ebene heben, dann wäre das Review jetzt schon zu Ende und unten stünden 5 oder 6 Punkte für ein ordentliches, aber recht einfallsloses Hard Rock Album. Nun habe ich es aber mit einer Legende zu tun, die mich als Musiker und Fan stärker beeinflusst hat als jede andere Band auf diesem Planeten. Doch davon ist nicht viel zu spüren. MAIDEN standen in der Vergangenheit für drei Dinge: melodisches Riffing, eingängige Gitarrenläufe und Mitsing-Refrains. Leider muss mal all das auf „A Matter of Life and Death“ mit der Lupe suchen. Zu oft begnügen sich die drei Gitarristen mit dem Riff-losen herunterschlagen von Powerchords und Steve Harris scheinen einfach keine zwingenden Melodien mehr einzufallen.

Ab und an blitzt sie jedoch auf, die Klasse vergangener Tage. Der rockige Opener 'Different World' überzeugt mit einer tollen Gesangsharmonie im Chorus und gleich darauf folgt mit „These Colours Don't Run“ ein klassischer Maiden Track, der schnell ins Ohr geht. Und wenn in 'For the Greater Good of God' die Gitarre endlich wieder einmal die Hauptrolle übernimmt, dann geht auch mir das Herz auf. Doch leider sind diese Höhepunkte viel zu selten in den zehn neuen Liedern zu finden. Meist wirken die Songs unnötig in die Länge gezogen, was sich exemplarisch ausgerechnet an der - langweiligen - Single 'The Reincarnation of Benjamin Breeg' nachweisen lässt. Wie einige Kollegen der schreibenden Zunft darin Anleihen von 'Rime of the Ancient Mariner' finden können, ist mir absolut schleierhaft. Und warum, Mr. Harris, müssen sieben von zehn Liedern mit einem langsamen, basslastigen Intro beginnen? Zuletzt hat Kevin Shirley mal wieder einen höchst mittelmäßigen Job am Mischpult abgeliefert, so dass auch der Sound wie schon auf „Dance of Death“ meilenweit hinter den Klassikern der 80er hinterherhinkt.

Was soll ich noch mehr schreiben? Die MAIDEN Fans unter euch werden sich, genau wie ich, die Scheibe ja doch kaufen. Und manch einer wird anerkennend feststellen, dass Dave immer noch magische Soli zaubern kann, Nicko den besten Drum-Job abliefert, seit er zur Band gestoßen ist und Bruce wohl selbst die RANDFICHTEN zu einer geilen Metal Band jodeln könnte. Aber vielleicht werdet ihr mir auch zustimmen, dass es Zeit für eine große Band wäre, ihre letzte Tour zu spielen und dann vor dem heimischen Kamin ab und an mal „Powerslave“ aufzulegen.

- ohne Wertung -
Trackliste Album-Info
1. Different World
2. These Colours Don#t Run
3. Brighter Than A Thousand Suns
4. The Pilgrim
5. The Longest Day
6. Out Of The Shadows
7. The Reincarnation Of Benjamin Breeg
8. For The Greater Good Of God
9. Lord Of Light
10. The Legacy
Band Website: www.ironmaiden.com/
Medium: CD
Spieldauer: 72:04 Minuten
VÖ: 25.08.2006

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