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Der Metal ist (nicht) tot!
Ein Artikel von T.Roxx vom 11.05.2017 (145 mal gelesen)
Was haben erfolgreiche Megastars (wie z.B. Gene Simmons) und erfolglose Vertreter des härteren Rock/Metals gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts, möchte man sagen. Aber bei näherer Betrachtung eint sie doch eins: beide behaupten mit hübscher Regelmäßigkeit, der Rock bzw. der Metal sei tot - auch wenn der Blickwinkel der Betrachtungsweise jeweils unterschiedlich ist.

Während die einen ohnehin im Geld schwimmen und jegliche Relation zur normalen Fanbase und deren Durchschnittseinkommen verloren haben (die horrenden Ticketpreise diverser Mega-Acts resultieren hauptsächlich aus völlig abgehobenen Gagenforderungen), strampeln sich die anderen Bands (vorrangig Newcomer) ab, um an Gigs oder Plattenverträge zu kommen und ihren Bekanntheitsgrad zu erweitern. Doch nichts ist falscher, als die Behauptung, das Metal/Rock tot sei.

Ich weiß, früher war alles besser, schöner, größer - auch ich schwelge in vielen Dingen in nostalgischen, manchmal sogar verklärten Erinnerungen. Aber gehen wir doch mal die Sache realistisch und einigermaßen sachlich an: Ich denke, dass wir uns alle einig darüber sind, dass wir die 80er Jahre des letzten Jahrtausends als das "Golden Age" des Metals bezeichnen. Aber was war denn da anders als jetzt? Zum einen - und das ist der einzige Grund, in dem ich mit Gene Simmons und Co. übereinstimme - wurden mehr physische Tonträger verkauft, da MP3 und Internet noch erfunden werden mussten. Damals haben die Plattenfirmen höllisch viel Geld in Plattenproduktionen gesteckt und stecken können (siehe div. Biographien von z.B. MÖTLEY CRÜE, OZZY OSBOURNE), weil sie das Geld auch mindestens wieder reinbekommen haben. Das geht heute in der Tat nicht mehr - Plattenfirmen können heute auch nicht mehr für den Drogenkonsum und Prostituiertenverschleiß der Musiker im Studio aufkommen. Aber das hat keineswegs damit zu tun, dass ja niemand mehr Platten verkauft und man mit Streaming und MP3 weniger Geld verdient.

Der Hauptgrund der "Misere" ist einfach folgender: die Konkurrenz ist größer. Die Anzahl der Labels ist in den letzten 30 Jahren enorm gestiegen, aufgrund der digitalen Möglichkeiten sind die Produktionskosten für Alben enorm gesunken und gleichzeitig hat sich die Zahl der härteren Subgenres und der sich darin tummelnden Bands ins schier Unendliche erhöht. Egal welches der (damals schon existierenden) Subgenres man mit heute vergleicht: man wird immer zu ähnlichen Ergebnissen kommen (okay, bei Grunge vielleicht nicht, da läuft wirklich nicht mehr viel). Nehmen wir als extremes Beispiel doch einfach nur mal den von mir heiß und innig geliebten Black Metal: Welche "Größen" mit Plattenverträgen kennt man denn da aus den 80ern? Mir fallen außer VENOM, BATHORY, CELTIC FROST, HELLHAMMER und vielleicht noch SODOM (obwohl die eher eindeutig Thrash Metal sind) eigentlich keine weiteren Namen mehr ein. Und wie sieht es heute aus? Ich erspare mir an dieser Stelle eine Auflistung von Bands mit Plattenvertrag, da diese Auflistung unvollständig wäre und den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Dieser Vergleich funktioniert übrigens auch im Death Metal, True Metal, Hair Metal, usw. usf..

Darüber hinaus gibt es heute (zumindest in größeren Städten) unzählige Locations in allen möglichen Größen, in denen man regelmäßig auf Konzerte gehen kann. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, das in den letzten Jahren ein regelrechter Overkill an Live-Aktivitäten zu verspüren ist. Auch hier sind die "Großen" Vorreiter: Während man sich in den goldenen 80ern z.B. in Deutschland danach sehnte, Acts wie W.A.S.P., KISS, MÖTLEY CRÜE, etc. sehen zu können, kommen sie mittlerweile fast jedes Jahr rum (okay, MÖTLEY CRÜE nicht mehr) - eben weil sie nicht mehr so viel mit dem Verkauf von physischen Tonträgern verdienen wie früher. Allein durch die verstärkte Live-Päsenz großer Namen (verbunden mit relativ hohen Ticketpreisen) bleibt dem geneigten Fan weniger Zeit und vor allem weniger Geld, um noch viele Shows von den Heerscharen an neuen Bands zu besuchen, die geradezu täglich wie Pilze aus der Erde schießen.

Ähnliches spiegelt sich auch bei den Magazinen wieder. Gab es früher eine handvoll von Magazinen, so ist auch hier die Landschaft - nicht zuletzt dank des Mediums Internet - nahezu unübersichtlich geworden (dank des Internets gibt es schließlich auch unser wundervolles Magazin). Für (fast) jeden ist was dabei - egal, ob wir hier über Bands, Plattenfirmen, Konzerte oder Magazine reden; die Vielfalt an härterer Musik war noch nie so groß wie jetzt. Daraus resultiert allerdings ganz zwangsläufig, dass die Konkurrenz größer geworden ist - und die Zielgruppe ist mengenmäßig nicht unbedingt in dem gleichen Maße mitgewachsen. Aber härtere Musik ist alles andere als tot, diese Behauptung stimmt einfach nicht, egal ob irgendein großer Star oder ein erfolgloser Musiker mit normalen Dayjob dies in die weite Welt hinausposaunt.

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