Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2018
A Sinister Purpose 2018

Hell Over Hammaburg 2018

RockHard Festival 2018

RockHarz Festival 2018

A Dying Planet - Facing The Incurable

Review von Metal Guru vom 05.09.2018 (167 mal gelesen)
A Dying Planet - Facing The Incurable Die Kalifornischen Zwillingsbrüder Jasun (Gitarre) und Troy (bisher Bass, siehe auch*) Tipton haben in den vergangenen zwanzig+ Jahren in Bands wie ABNORMAL THOUGHT PATTERNS, CYNTHESIS oder ZERO HOUR instrumentalmetallischprogressive Rockgeschichte geschrieben. Unfähig, ihre Hände, Hintern und Hirne länger als einige Monate stillzuhalten, haben die beiden zusammen mit Marco Bica (Drums) und Brian Hart (Bass) bereits ihr nächstes Projekt namens A DYING PLANET am Start. Deren erste Scheibe trägt den bezeichnenden Titel "Facing The Incurable", der ganz offensichtlich Troys physische Probleme ('a serious arm injury') thematisiert. Wer also fürchtet/glaubt/hofft, wie gewohnt bassistisch und gitarristisch zu Tode gedudelt/gefrickelt/gegniedelt zu werden, sieht oder hört sich getäuscht: *Troy kann nicht mehr Bass spielen und so singt er hier auschließlich! Ob das 'ne gute Idee war, wage ich zu bezweifeln, aber eins nach dem anderen ...

Zuerst Jasun: Komplett kaputt komprimierte Klampfen mit riesigen Räumen assoziieren Alex Lifeson/RUSH Mitte bis Ende der 80er (meiner Meinung nach ihre übelste Phase), nur noch einfalls-, noch gefühl- und vor allem noch pausenloser! Dahinter, daneben oder/und dazwischen klimpern ultrastaubige Pianoarpeggios, wabern wattierte Mollakkorde - ebenfalls pausenlos. Na ja, Jasun ist nun mal kein Keyboarder - das hört man (sorry, Jasun)! Und dann Troy: Dafür, dass er Bassist ist bzw. war, singt er eigentlich ganz gut. Er verfügt über ein verdauliches Vibrato, trifft die Töne und macht alles in seiner (Sanges-)Macht Stehende, den latent leidenden Lyrics größtmögliche Gefühle einhauchen. Doch er ist nun mal kein 'natural born' Vokalist und selbst verdauliches Vibrato, treffende Töne und mächtige Gesangsbemühungen machen miese Melodien nicht melodischer - von stimmlicher Variabilität mal ganz zu schweigen (sorry, Troy). Und bevor ich Bass(er) und Schlagzeug(er) vergesse: Die fallen besonders und speziell durch ihre Unauffälligkeit (aka keine Ecken, keine Kanten, keine Persönlichkeit) auf - wenn überhaupt ...

"Facing The Incurable" besteht aus sechs Stücken in zweiundfünfzig Minuten und siebenundvierzig Sekunden - ok. Mit Ausnahme des letzten ('Separation Anxiety'), das ein unfertiges Playback mit Gitarrenlick, aber ohne Gesang zu sein scheint, dümpeln alle um die Zehnminutenmarke herum ('Human Obsolescence' ist mit sieben Minuten und dreiundvierzig Sekunden das kürzeste, 'Resist' mit vierzehn Minuten und sieben Sekunden das längste) - auch ok. Was früher untrügliches Zeichen für teils geniales, teils gottloses Gitarrengegniedel (seinerseits aber nicht jeder Frau oder jedes Mannes Sache) war, gerät hier zur längsten mir bekannten Weile - leider! Begründung No. 1: Dafür, dass die Stücke so lang sind, passiert einfach viel zu wenig! Begründung No. 2: Dafür, dass so wenig passiert, sind die Stücke einfach viel zu lang! Begründende Zusammenfassung: Die Stücke sind einfach viel zu lang und es passiert einfach viel zu wenig, Punkt!

Nach dreimaliger Hörung von A DYING PLANETs "Facing The Incurable" muss ich immer wieder an METALLICAs 'Sad But True' denken, weil es auf die Tiptons meiner Meinung nach 1:1 zutrifft: Troy mag ein noch so beeindruckender Bassist (gewesen) sein, Jasun ein noch so guter Gitarrist und zusammen mögen sie bzw. ihr Material in der Vergangenheit beeindruckt/fasziniert/überzeugt (aber auch gefordert/genervt/gestresst) haben. Was die doppelten Tiptons aber hier und jetzt versuchen, können ganze Heerscharen anderer Kapellen eindeutig besser (besser arrangieren, besser komponieren, besser singen) - so traurig, aber so wahr sieht's aus! Gut, ich bin kein Zwilling, habe weder Zwillingsbruder noch -schwester, dürfte insofern in Sachen Zwillingsangelegenheiten (Abhängigkeit, Beidseitigkeit, Zusammengehörigkeit) überhaupt nicht mitreden - aber deren Musik mögen oder auch nicht darf ich doch, oder?

Gesamtwertung: 5.0 Punkte
blood blood blood blood blood dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Resist
02. Facing the Incurable
03. Human Obsolescence
04. Poisoning The Well
05. Missing
06. Separation Anxiety
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 52:47 Minuten
VÖ: 17.08.2018

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

05.09.2018 Facing The Incurable(5.0/10) von Metal Guru

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!