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Hammr - Unholy Destruction

Review von baarikärpänen vom 05.03.2018 (736 mal gelesen)
Hammr - Unholy Destruction
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Heilige Scheiße, wie geil ist das denn? J. Hammer aus Cleveland hat eine Vision, und die setzt er mit HAMMR um. Wozu braucht's dann noch 'ne Band, wenn der Kerl alles alleine auf die Kette bekommt? Gut, für eventuelle Live-Auftritte wäre das vielleicht von Vorteil, aber bis dahin hat er ja noch Zeit, Brüder im Geiste zu rekrutieren. Und bis es soweit ist, genehmigen wir uns eine vermehrte Einfuhr von "Unholy Destruction ". Im Untergrund war der Name J. Hammer schon einigen bekannt. Nachdem er sein erstes Demo-Album digital zur Verfügung stellte, war eigentlich auch schon längst ein offizieller Release geplant. Aber was willste machen, wenn dein Label-Manager kurz vor der Veröffentlichung hinter schwedischen Gardinen verschwindet? So hat's halt etwas länger gedauert. J. Hammer hat die Zeit sinnvoll genutzt und weiter an seiner Vision von Metal rumgeschraubt. Fairerweise sei aber erwähnt, dass sich auf "Unholy Destruction", neben neuem Material, auch ältere Songs befinden. Die Mischung macht's halt.

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Aber welche Vision hat der Kerl? Das lässt sich ganz leicht beantworten. J. Hammer wühlt dermaßen elegant in der Ursuppe des brachialen Metals, dass es eine echte Wonne ist. Also einer Zeit, als Blastbeat noch unbekannt war, wirklich keiner auf die Idee gekommen wäre, das in irgendwelche Schubladen mit der Aufschrift Black-, Death- oder Speed Metal zu packen. "Unholy Destruction " ist der hässlichere Bruder des selbstbetitelten Debüts von BATHORY, der schreckliche Neffe von SODOMs "Obsessed By Cruelty", die "Auf-die-Fresse"-Variante von VENOMs "Black Metal". Als ob das noch nicht reichen würde, gibt's als Aufschlag noch 'ne Runde DISCHARGE und Querverweise zu deutschen Extrem Metal-Bands wie NECRONOMICON. Verglichen mit HAMMR, sind SLAYER die frisch geföhnten Bubis aus der Nachbarschaft. Damit dürfte dann wohl auch klar sein, dass es auf "Unholy Destruction" nicht darum geht, möglichst schön und sauber zu spielen. Hier steht die pure Energie über allem.

"Unholy Destruction" ist eine Abrissbirne geworden, bei der man es sich schenken kann, nach Songs zu suchen, die hervorstechen, weil das Teil in seiner Gesamtheit funktioniert. Sollte uns aber nicht daran hindern, etwas mehr ins Detail zu gehen. Die offensichtlichsten Querverweise zu bereits genannten BATHORY finden sich z. B. gleich zu Anfang der Scheibe in 'Satanic Raid'. Nehmt 'ne Schippe 'Hades' oder 'War' mit einer besseren Produktion, und es kommt hin. Ähnlich wie bei BATHORY auch die etwas in den Hintergrund gemischten Vocals. Steht "Unholy Destruction" ausgesprochen gut. Was J. Hammer ebenfalls sehr gut verinnerlicht hat, sind die Soli, die aus der Frühphase von CELTIC FROST stammen könnten (das mittlerweile zum Kulturgut gehörende Warrior'sche "Uh" wird ebenfalls gepflegt). Abwechslung in Sachen Tempo sucht man hier vergebens. Aber wisst ihr was? Das hätte, meiner bescheidenen Meinung nach, auch den Flow des Albums massiv gestört. Ich find's herrlich, dass hier von vorn bis hinten einfach nur gnadenlos durchgebrettert wird. "Unholy Destruction " ist Schmutz von seiner schönsten Sorte, der befreiende Sprung, in weißen Klamotten, in die nächstbeste dreckige Pfütze. Das Mix und Mastering von Commandor Vanik (MIDNIGHT) und Joel Grind (TOXIC HOLOCAUST) übernommen wurden, passt dann auch wie Arsch auf Eimer zu "Unholy Destruction". Wie sich das für 'ne Scheibe gehört, die gar nicht modern sein will, gibt's "Unholy Destruction" nicht nur auf CD und Vinyl, sondern auch noch auf Tape.

Ja, "Unholy Destruction" ist Gerumpel. So what? Das waren "Apocalyptic Raids", "Bathory" oder "In The Sign Of Evil" auch, und trotzdem haben sie alle mittlerweile Kultstatus. Davon ist das HAMMR-Debüt meilenweit entfernt. Nixdestotrotz ist das hier absolut anbetungswürdig in seiner Rumpeligkeit. Schönheitschirurgen sollten sich ernsthaft überlegen, "Unholy Destruction" einzusetzen. Wenn das keine Falten im Gesicht glättet, was dann?

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Intro
02. Satanic Raid
03. Under Black Command
04. Eternal Prey
05. Desecrator
06. Sadistic Poison
07. Death Rain
08. Unholy Destruction
09. Demonic Rites
10. Into The Pentagram
11. Final Sacrifice
Band Website: https://hammr.bandcamp.com/
Medium: CD, LP, Tape
Spieldauer: 31:03 Minuten
VÖ: 23.02.2018

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05.03.2018 Unholy Destruction(8.5/10) von baarikärpänen

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