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Seasons Of The Wolf - Last Act Of Defiance

Review von baarikärpänen vom 30.01.2018 (327 mal gelesen)
Seasons Of The Wolf - Last Act Of Defiance Stellt euch Folgendes vor: Ihr geht, wie oft auch immer, in eure Lieblingskneipe, weil's da zum leckeren Pilsken das beste Schnitzel weit und breit gibt. Ganz egal, ob Zwiebelschnitzel, Jägerschnitzel, welche Soße auch immer, das Schnitzel ist nun mal göttlich. Und dann kommt der Tag, an dem euch dieser Unmensch ein Tofuschnitzel unterschiebt (Veganer oder Vegetarier stellen sich jetzt bitte vor, sie hätten ein Schweineschnitzel). Geht aber sowas von gar nicht! Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, wir wären hier beim Maggi-Kochstudio oder der neuesten Ausgabe des Michelin-Führers, löse ich mal auf, was ich damit sagen möchte. So tolerant Metal-Fans auch sein mögen, aber wenn's um die eigene, präferierte, Mucke geht, verstehen sie keinen Spaß. Wenn die so heißgeliebte Band also ihr Schnitzel gegen Tofu austauscht, da kann man schon mal den Überblick verlieren. Bestes Beispiel dafür liefern gerade MACHINE HEAD mit ihrer neuen Scheibe. Da können andere Magazine in ihrer Flynn-Verehrung die Augen zudrücken, wie sie wollen, das Ding ist Käse.

Zum Glück gibt's ja noch genügend andere Truppen, wo ein Schnitzel eben immer ein Schnitzel ist. So eine sind SEASONS OF THE WOLF. Die Combo aus den Südstaaten der US of A rödelt mittlerweile seit knappen drei Dekaden durch den truemetallischen Untergrund. Was die Zahl an Veröffentlichungen angeht, leben SOTW strikt nach dem Grundsatz "Weniger ist mehr". So stehen bis heute gerade mal vier Longplayer zu Buche. Ganz egal, welchen davon man sich rauspickt, SOTW machen genau das, was sie auf dem ersten Demo schon gemacht haben. Das Endergebnis bleibt Metal mit einem überdimensionalen Kauz-Faktor. Das man damit keinen Blumentopf gewinnen kann (verkaufstechnisch gesehen), liegt auf der Hand, scheint die Jungs aber nicht zu stören. Die bist jetzt recht überschaubare Menge an Fans freut's auf alle Fälle. Dabei hätten SOTW so viel mehr Anerkennung verdient, gerade weil sie zu dem stehen, was sie machen. Sich nicht auf Teufel komm raus verbiegen.

Ob sich die Zahl der anerkennend nickenden Freunde der metallischen Ursuppe mit dem neuesten Output "Last Act Of Defiance" steigern lässt, bleibt abzuwarten. Fakt ist aber, dass sich SOTW wieder mal treu geblieben sind. 'Solar Flare', der erste Track des Albums, führt erstmal auf die falsche Spur. So straight forward, wie dieser Titel, wird es auf dem Rest der Scheibe nämlich nicht mehr. 'Solar Flare' würde sich sogar auf einem OVERKILL-Album mehr als gut machen. Liegt vor allem an Sänger Wes. E. Waddell, der stimmlich sowas von auf einer Linie mit OVERKILLs Blitz liegt. Den Vergleich des Labels, das Waddell eher in Richtung David Wayne (METAL CHURCH) verortet, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Wofür SOTW stehen, verdeutlicht vor allem 'Be Careful What You Wish For'. Hier treffen frühe SAVATAGE ("The Dungeons Are Calling" & "Sirens") auf mittachtziger MANILLA ROAD ("Open The Gates", "Deluge"). Diese musikalischen Bezugspunkte ziehen sich wie ein roter Faden durch sämtliche Stücke von "Last Act Of Defiance" , wobei das Pendel mal mehr zur einen, dann zur anderen Seite ausschlägt. Ein gewisses Alleinstellungsmerkmal liefern die ständig im Sound präsenten Keyboards, die gleichberechtigt neben der Gitarre stehen. Und doch schaffen es SOTW mit 'Fools Gold' noch, einen Song in der Mitte des Albums zu parken, der schnurstracks nach vorne gehende DEEP PURPLE oder RAINBOW zitiert und als echter "Hit" durchgeht. Und als ob das noch nicht reichen würde, kombiniert 'No More Room In Hell' SAVATAGE/ MANILLA ROAD mit Thrash-Vibes, inklusive verzerrten Vocals.

Nein, SEASONS OF THE WOLF haben mit "Last Act Of Defiance" kein Album abgeliefert, das bei der breiten Masse auf offene Ohren stoßen wird. Dafür aber eine Scheibe, die so viel zu bieten hat, die auch nach mehrmaligen Durchläufen immer noch Neues entdecken lässt. Wo so viele Bands Monat für Monat Alben abliefern, bei denen man Gabel und Messer aus Plastik mitgeliefert bekommt, bleiben SEASONS OF THE WOLF Gourmets vorbehalten, denen man das gute Tafelsilber reicht.

Und ich hab jetzt Hunger!

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Solar Flare
02. Desert Night Sky
03. Take Us To The Stars
04. Be Careful What You Wish For
05. Centuries Of Pain
06. Drifter
07. Fools Gold
08. Another Day
09. Dark Stratosphere
10. No More Room In Hell
11. Last Act Of Defiance
Band Website: www.seasonsofthewolf.com
Medium: CD
Spieldauer: 45:54 Minuten
VÖ: 26.01.2018

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