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Kid Rock - Sweet Southern Sugar

Review von Elvis vom 11.12.2017 (624 mal gelesen)
Kid Rock - Sweet Southern Sugar KID ROCK - ich muss gestehen, in seinen Anfangszeiten konnte ich mit seinem doch sehr Crossover-lastigen Stil, der zunächst sehr stark von gerippten Parts lebte, nicht übertrieben viel anfangen. Doch während mir die Hip-Hop-Einflüsse nicht sonderlich zusagten, gab es im Laufe der Zeit doch immer mehr Fans des Mannes aus der Nähe von Detroit. Neben seinen musikalischen Taten gelangte KID ROCK sicherlich auch durch eine Kurzzeitehe mit "Baywatch"-Ikone Pamela Anderson in das allgemeine Bewusstsein. In der Folge gab es mit dem über Mundpropaganda immer populäreren 'All Summer Long' in Europa auch einen mehr als veritablen Überhit. Das war allerdings auch quasi der wirkliche Beginn der musikalischen Verschiebung der Koordinaten. KID ROCK, der aus seiner konservativen Grundeinstellung und seiner Sympathie für die Republikaner wahrhaft keinen Hehl machte und macht, wandte sich - allerdings mehr als glaubwürdig - immer stärker in eine musikalische Richtung, die starke Anleihen zum modernen Country aufweist. Das sehr starke Album "Born Free" von 2010 war da ein sehr deutliches Ausrufezeichen. Auch die Nachfolgealben "Rebel Soul" und "First Kiss" gingen deutliche in diese Richtung. Da in Europa viele damit allerdings nur schwach sozialisiert sind, waren diese Alben in den USA jedoch deutlich erfolgreicher als hier.

2017 gibt es nun mit "Sweet Southern Sugar" das nunmehr elfte Album des mittlerweile 46jährigen Amerikaners zu hören. Und ich muss ganz ehrlich gestehen, mittlerweile kann ich entgegen meiner früher mäßigen Begeisterung sogar ziemlich viel davon für die musikalische Nische von KID ROCK entwickeln. "Sweet Southern Sugar" bietet auf einer soliden LP-Länge mit einem Cover im besten Siebziger-Stil zehn knackige Songs, die es in sich haben. Man spürt von Anfang bis Ende des mehr als kurzweiligen Albums, dass der Mann mittlerweile seinen eigenen Stil gefunden hat und sich darin wirklich pudelwohl fühlt. Der Opener 'Greatest Show On Earth' und der Closer 'Grandpa's Jam' sind saubere Rocker mit Groove und immer noch deutlichem Crossover-Touch. Insbesondere in den gerippten Passagen hält der Gute sich auch wahrhaft nicht mit deutlichen Worten zurück, was jedoch passend ist. 'Po Funk' ist ebenfalls schön groovy, aber doch deutlich zurückgelehnter und entspannter. 'Tennessee Mountain Top' ist ein relaxter Southern Rock-Song, der ebenfalls für Atmosphäre sorgt. In 'I Wonder' geht es mit richtig Groove zur Sache, wenn KID ROCK sich mal wieder so seine Gedanken zu seinem Verhältnis zu einer besonderen Vertreterin des schönen Geschlechts macht. Zum Ende hin rockt der Song wirklich bestens. Mit 'American Rock 'n' Roll' gibt es - was der Titel verspricht - einen hymnischen Midtempo-Song mit südlichem Flair. 'Back The Otherside' ist superentspannt und mit 'Raining Whiskey' gibt es die ebenso obligatorische wie wohlfeile Ballade des Albums. Diese passt jedoch im Gesamtkontext an der Stelle prima. Der Midtempo-Rocker 'Stand The Pain' hat auf eine positive Weise Radio-Potenzial und einen ordentlichen Mitsing-Faktor. Ein Cover hat KID ROCK auch noch am Start - und das hat es durchaus in sich und einen Detroit-Bezug hat es ebenfalls. Der Motown-Klassiker 'I Can’t Help Myself (Sugar Pie Honey Bunch)', vor allem von den FOUR TOPS bekannt, wird hier unter dem Titel 'Sugar Pie Honey Bunch' serviert. Während man hier vielleicht eine ziemlich stark in den Rock verschobene Version des 1965er Hits erwarten könnte, geht es weitestgehend sehr akustisch zu und die elektrischen Gitarren sind ebenso wie die Drums deutlich im Hintergrund. Im Vordergrund steht vielmehr der emotionale und eher sanfte Gesang von KID ROCK, der zu den teils harten Worten in den Rockern einen krassen Kontrast bildet. Nichtsdestotrotz kauft man dem Mann die musikalische Liebeserklärung in jeder Sekunde ab. Das ist auch ein grundsätzlicher Tenor, den "Sweet Southern Sugar" mit seiner warmen Produktion auszeichnet: KID ROCK wirkt in allen Momenten authentisch und ganz bei sich selbst, ob er nun crossoverhaft zetert oder eben ganz sanft säuselt.

Und so kann ich nur sagen, dass der Mann ganz genau weiß, was er musikalisch tut und er tut es sehr gut. Die Musik hat Seele, Groove und Ehrlichkeit in jeder Faser und selbst wer nicht mit verschiedenen Aspekten oder Ansichten des Künstlers übereinstimmen mag, der bekommt hier ein sehr überzeugendes und echtes Album serviert. "Sweet Souther Sugar" ist daher ein durch die Bank empfehlenswertes Album, an dem man auch nach vielen Durchgängen immer noch viel Freude hat. Chapeau, KID ROCK!

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Greatest Show On Earth (4:00)
02. Po Dunk (4:32)
03. Tennessee Mountain Top (4:34)
04. I Wonder (3:19)
05. American Rock n Roll (4:36)
06. Back The Otherside (4:51)
07. Raining Whiskey (4:00)
08. Stand The Pain (4:45)
09. Sugar Pie Honey Bunch (4:12)
10. Grandpa's Jam (4:14)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 42:57 Minuten
VÖ: 03.11.2017

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11.12.2017 Sweet Southern Sugar(9.0/10) von Elvis

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