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Suicide Bombers - Suicide Idols
Review von baarikärpänen vom 15.07.2017 (544 mal gelesen)
Suicide Bombers - Suicide Idols Ein paar Gedanken, bevor wir zur Musik kommen. Provokation war schon immer ein probates Mittel, um die verdiente (oder auch unverdiente) Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir erinnern uns an CARNIVORE, deren Debüt vor sexistischen Macho-Texten auf unterstem Niveau nur so strotzte, der Nachfolger "Retaliation", der einen Donald Trump mit seinen vor Pathos triefenden patriotischen Texten vor Freude um den goldenen Schreibtisch hätte hüpfen lassen. TYPE O NEGATIVE, die tatsächlich einen Song "Der Untermensch" nannten, was dazu führte, dass die Antifa diverse Konzerte in Deutschland verhinderte. Alles bewusste Provokation, wie sich später rausstellte, Pete Steele (RIP), ein wirklich umgänglicher Typ, frei von allen Verdächtigungen, die ihn in die rechte Ecke hätten stellen können. Oder DAYGLO ABORTIONS, die einen abgetriebenen Fötus, angerichtet auf einem Serviertablett, auf das Cover ihrer "Feed Us A Fetus"-LP parkten. Und natürlich dürfen wir RAMMSTEIN nicht vergessen. Bleibt die Frage, wo endet Provokation und wann beginnt die Kunst, bzw., wann verschmelzen beide? Eine Band, in der heutigen Welt, in der selbst wir in Europa fast schon wöchentlich mit Terror konfrontiert werden, SUICIDE BOMBERS zu nennen, geht mir persönlich dann schon etwas zu weit. Und das Album "Suicide Idols" zu betiteln, zeugt auch von wenig Weitsicht. Gebt einfach mal "Suicide Bombers" in der Bildersuche der Suchmaschine euer Wahl ein. Aber seid gewarnt, was euch da erwartet. Ich erhebe hier nicht den moralischen Zeigefnger, da es jedem sebst überlassen bleiben sollte, was er/sie davon hält. Für mich persönlich ist das alles, Name der Band, Titel des Albums, aber sehr suboptimal.

Aber lassen wir all das oben Gesagte mal außer acht und wenden wir uns "Suicide Idols" zu. Darauf erwartet uns so richtig geiler Sleaze Metal, wie man ihn leider nicht mehr so oft geboten bekommt. Und weil es gerade beim Sleaze Metal dazu gehört, so richtig einen auf dicke Hose zu machen, lassen sich die Norweger natürlich nicht lumpen, sind sie doch die aus der Zukunft zurückgesandten intergalaktischen Helden und die selbsterklärten Retter des Rock 'n' Roll. Namentlich Chris Damien Doll (The Sleaze Fuhrer), Wild Star (The Beat Commando), Lazy Leather (The Sex-Gunslinger) und C Slim (The Thunder Mechanic). Irgendwie ja putzig. "Suicide Idols" startet nach einem feinen Intro gleich mal mit 'Suicide Idol' so richtig schön in die Vollen (checkt das Video YouTube ). Tolle Mischung aus TURBONEGRO und CRASHDIËT. 'Ready For Tonight' ist ein Track, der gen POISON schielt, aber weitaus dreckiger. Freunde des eher klassischen Hard Rocks dürften gefallen finden an 'Next World War' und 'Generation Kill', mit 'ner feinen Prise MÖTLEY CRÜE. Überhaupt darf auf "Suicidal Idols" das Who is Who der Sleaze-Szene als Einfluss herhalten. Weil SUICIDAL BOMBERS aber nicht plump abkupfern, sondern allem eine extrem frische, eigene, Note verpassen, macht "Suicidal Idols" mächtig Spass. Leider hab ich im Moment keine Informationen, wer den Dreher produziert hat. Aber es bleibt festzuhalten, da wurde ein toller Job erledigt. Wo viele Sleaze-Alben in der Vergangenheit zu glattpoliert waren, bietet die Produktion von "Suicidal Idols" den nötigen Rotz und Dreck unter den Fingernägeln. Da kommt auf jeden Fall was Tolles aus Norwegen, das gerade jetzt im Sommer gut kommt beim Cruisen durch die Stadt. Fenster runter, Anlage aufdrehen und um Gottes Willen nicht vergessen, die farbigen Tücher an der Antenne festzuknoten.

Wie gesagt, die Einleitung waren ein paar Gedanken meinerseits. Letztendlich entscheidet jeder höchstpersönlich, ob er den Namen und das Image gut findet oder nicht. Und ich muss auch zugeben, wenn die Band mich dazu veranlasst, mir solche Gedanken zu machen, dann hat sie ja auch schon irgendwas richtig gemacht. Das Chris Damien Doll aber auch ein durchaus gutes Händchen hat bei der Wahl eines wirklich sleazigen Bandnamens, hat er bei seiner Ex-Band TRASHCAN DARLINGS bewiesen. All das gesagt, bleibt am Ende des Tages festzuhalten, dass "Suicidal Idols" ein wirklich gelungenes Album ist und die Punkte mehr als verdient sind.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Intro: A Divine Transmission
02. Suicide Idol
03. Ready For Tonight
04. Next World War
05. Never Gonna Change
06. We Got Tonight
07. Keep An Eye On You
08. Generation Kill
09. Sex Star Icon
10. Waiting
11. Just One Fuck
12. Outro:...Over & Mother Fucking Out (Part 3)
Band Website: https://suicidebombers.bandcamp.com/
Medium: CD
Spieldauer: 39:50 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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Suicide Bombers
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15.07.2017 Suicide Idols(8.0/10) von baarikärpänen

Band website
https://suicidebombers.bandcamp.com/
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