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Ayreon - The Source

Review von Cornholio vom 11.05.2017 (738 mal gelesen)
Ayreon - The Source Diesmal hat der schlaksige Niederländer wieder diverse Sänger und Instrumentalisten um sich geschart, um knapp den Ayreonauten (und denen, die es werden wollen) einen knapp eineinhalbstündigen Ohrenschmaus zu gönnen. Von James LaBrie (DREAM THEATER), Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN), Russel Allen (SYMPHONY X), Tobi Sammet (EDGUY, AVANTASIA) über die Goldkehlchen Simone Simons (EPICA) und Floor Jansen (NIGHTWISH) bis hin zu etwas unbekannteren Sängern wie Nils K. Rue (PAGAN'S MIND), Michael Eriksen (CIRCUS MAXIMUS), Michael Mills (brillant, TOEHIDER), Tommy Rogers (BETWEEN THE BURIED AND ME) und Tommy Karevik (KAMELOT). Außerdem hat MYRATH-Frontmann Zaher Zorgati eine kleine Rolle. Instrumental ist viel wie gewohnt, Ed Warby (ex-GOREFEST) verdrischt die Drums souverän wie eh und je, Joost van den Broek ist für Keyboards und Piano zuständig, während Lucassen selbst nicht nur die meisten Saiteninstrumente nebst Synthies und Hammond selbst spielt, sondern auch sämtliche Strippen zieht, das Songwriting selbstredend im Alleingang übernommen hat, von Produktion und Mix ganz zu schweigen. Gast-Soli gibt es von Paul Gilbert (RACER X, MR. BIG, Solo), Mark Kelly (MARILLION), Guthrie Govan (ex-ASIA, STEVEN WILSON) und Marcel Coenen (Gitarre, ex-SUN CAGED). Andere Namen wie Maaike Peterse (Cello), Jeroen Goossens (Flöten) und Ben Mathot (Violine) kennen die meisten Ayreonauts bereits von anderen Veröffentlichungen von Arjen.

Thematisch ist "The Source" als Prequel bevor "01011001" angesiedelt, Die 'Alphan Race' versucht, der Kontrolle der Maschinen ('The Frame') und dem zum Explodieren verdammten Planet Alpha zu entkommen (CD 1) und findet schließlich einen neuen Planet, zwar komplett bewässert, aber mit Hilfe von 'The Source', einer Art Medikament, kann Alpha unter Wasser überleben (CD 2). Wer sich tiefer in die Materie hereinlesen möchte, wird das eh tun, insofern möchte auch nicht zu viel vorwegnehmen.

Jetzt aber mal zur Musik. Es geht direkt mit 'The Day That The World Breaks Down' in die Vollen! Diesen Song gab es vor drei Monaten als ersten Appetizer von Arjen via YouTube. Der Songs ist mit zwölfeinhalb Minuten der längste des Doppel-Albums, und er beinhaltet eigentlich alles, was AYREON ausmacht: verschiedene Charaktere und Stimmen (alle elf Hauptrollen von "The Source" sind vertreten!), tolle Melodien, ruhige Parts, Strecken zum Mitbangen, AYREON-typischen Prog, das Lied ist einfach fantastisch! 'Sea Of Machines' beschreibt thematisch den Planeten Alpha und 'The Frame', musikalisch eine typische Lucassen-Komposition, und das ist in keinem Fall abwertend zu sehen. Das nächste Highlight ist 'Everybody Dies', dem zweiten Song, der im Vorfeld von Lucassen durchgesickert wurde. Irgendwie untypisch, erinnert an ungestümes Prog-Gewitter der Siebziger. Anfangs war ich irritiert, aber nach mehreren Durchläufen packte mich das Stück dann doch, live könnte das eine Granate werden! Im Anschluss folgt das nächste und letzte bekannte Stück: 'Star Of Sirrah' wurde etwa eine Woche von "The Source" veröffentlicht und hatte daher noch nicht so viel Zeit zum Wachsen wie die anderen beiden Stücke. Hier sticht aber auf jeden Fall das furiose Solo von Paul Gilbert heraus, unfassbar gut! 'All The Was' ist eine Ballade, typisch AYREONesk. Simons und Jansen sind die Hauptsängerinnen, teilweise ergänzt von LaBrie und Eriksen, instrumental ist Lucassens Handschrift in dem Dreivierteltakt unverkennbar auszumachen. Der vorletzte Song von CD 1 ist das etwas hektische 'Run! Apocalypse! Run!', und wieder wird es etwas ungestüm. Teilweise erinnert das Intro-Riff, das sich durch den kompletten Song zieht, an 'Chaos', dem Intro vom 2000er "Flight Of The Migrator"-Album, und auch vom Motto passt das Stichwort Chaos ja wie die Faust aufs Auge. Das zu Beginn akustische 'Condemned To Live' schließt den ersten Rundling ab, es zeigen sich Parallelen zu 'Comatose' vom "01"-Album. Mit fortlaufender Dauer hätte der Song (zumindest in instrumentaler Form) auch auf CD 1 der "Human Equation" stehen können.

CD 2 beginnt mit dem Verlassen von Planet Alpha und der Neubesiedlung des neuen Planeten, später als "Plant Y" bekannt. Der Opener 'Aquatic Race' erinnert an die 'Castle Hall', Parallelen zu "Into The Electric Castle" sind daher unverkennbar. 'The Dream Dissolves' lebt bzw. schwebt eher sanft, wieder dank den zuerst zarten Stimmen von Simons und Jansen, mit dem letzten Ton von Floor wird es aber wieder heavier. Später kommt Mark Kelly mit einem traumhaften Synthie-Solo, hier läuft man sogar Gefahr, in Jean-Michel Jarre-Gifilde abzudriften, einfach toll, ebenso wie das anschließende Gitarrensolo von Marcel Coenen. 'Deathcry Of A Race' ist der vielleicht vielfältigste bzw. ungewöhnlichste AYREON-Song bisher. Das Lied beginnt folklore-artig, um dann Fahrt aufzunehmen. Im Mittelteil kommt der erste Auftritt von "Prediger" Zaher Zorgati ("es werde Licht, und es ward Licht") mit fernöstlichen Klängen, eher wieder Simons und Jansen im Wechsel Operngesang zum besten geben; irgendwie recht skurril, aber doch stimmig; faszinierend. Auf der insgesamt etwas düsteren CD ist 'Into The Ocean' einer meiner Faves. Fast zu bodenständig beginnt das Riff, die erste Strophe perfekt intoniert von Russel Allen, der Refrain wird von Hansi Kürsch dominiert, toller Rocksong! 'Bay Of Dreams' verschafft dem Hörer eine kleine Verschnaufpause; unspektakulär wäre übertrieben. 'Planet Y Is Alive!' hingegen geht wieder vorwärts, wieder kann Kürsch im Refrain überzeugen, aber Floor Jansen, die den Chorus am Ende übernimmt, steht ihm in nichts nach. Fast stilbruchartig nimmt das bluesige, an "UM1" erinnernde Solo von Govan das Tempo schlagartig raus, um am Ende nochmal volles Geschütz aufzufahren. Stark! 'The Source Will Flow' klingt wie unter Wasser, besser kann man es glaub ich kaum beschreiben. LaBrie, Rogers und Simons geben der Ballade einen schönen, passenden Anstrich. Wieder etwas Mittelalter-Flair und 'Valley Of The Queens'-Sound wird zu Beginn von 'Journey To Forever' versprüht, der ganz normale Wahnsinn im AYREON-Universum also... Mit 'The Human Compulsion' (als Reprise von 'Sea Of Machines') und 'March Of The Machines' schließt "The Source" sehr düster, aber trotzdem äußerst faszinierend, und geht nahtlos in "01011001" über.

Ich habe musikalisch wie so oft bei AYREON nichts zu bemängeln. Es wäre schön gewesen, wenn im Booklet vermerkt wäre, wer welches Solo spielt, aber da gibt es andere Quellen, wo man das nachschlagen kann. Ich bin gespannt, welche Songs von "The Source" es im September auf die Bühne schaffen, wenn Lucassen sein "Ayreon Universe" in Tilburg aufführt.


Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
CD1
-Chronicle 1: The 'Frame
01. The Day That The World Breaks Down
02. Sea Of Machines
03. Everybody Dies

-Chronicle 2: The Aligning Of The Ten
04. Star Of Sirrah
05. All That Was
06. Run! Apocalypse! Run!
07. Condemned To Live

CD2
-Chronicle 3: The Transmigration
01. Aquatic Race
02. The Dream Dissolves
03. Deathcry Of A Race
04. Into The Ocean

-Chronicle 4: The Rebirth
05. Bay Of Dreams
06. Planet Y Is Alive!
07. The Source Will Flow
08. Journey To Forever
09. The Human Compulsion
10. March Of The Machines
Band Website: www.ayreon.com/
Medium: Doppel-CD
Spieldauer: 88:39 Minuten
VÖ: 28.04.2017

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