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Interview mit Samuele Faulisi von Atlas Pain

Ein Interview von Zephir vom 29.06.2017 (1717 mal gelesen)
Das erste Album der italienischen Newcomer ATLAS PAIN liefert ein Feuerwerk an epischem, paganem und folkigem Metal mit orchestralem Bombast der besten Sorte. Höchste Zeit, den Mastermind Samuele Faulisi Mal eingehender über seine Band und das Erstlingswerk auszufragen!

Hi, Samuele! Wie geht's euch?

Samuele Faulisi: Hi, Nora! Uns geht es ziemlich gut. Wir freuen uns auf die Sommersaison und können es kaum erwarten, mit unserem neuen Album die Bühnen zu rocken. Es ist wirklich aufregend!

Zunächst möchte ich dir zum neuen Album "What The Oak Left" gratulieren. Es ist großartig, ich liebe es! Seid ihr zufrieden mit dem Release?

Samuele Faulisi: Wir sind total glücklich mit unserem Album. Es war ein langer Schaffensprozess, angefangen mit den Sessions, in denen wir komponiert haben - die haben monatelang gedauert. Dann kam die Recordingphase, in der wir uns um die perfekten Sounds und Arrangements bemüht haben. Mittlerweile sind ein paar Monate vergangen und wir bekommen noch immer super Reviews und tolle Komplimente von unseren Fans weltweit. Es ist wirklich unglaublich, was wir mit "What The Oak Left" erreicht haben. In den iTunes-Metal-Charts Italien sind wir auf Platz 172 gelandet, auf Spotify verzeichnen wir Tausende und Abertausende neue Streams. Wir sind buchstäblich überwältigt von diesen Ergebnissen. Großartig!

Ihr seid eine noch junge Band. Erzähl doch bitte etwas über euren musikalischen Background. Habt ihr vorher bereits in anderen Bands gespielt und wenn ja, welche Richtung?

Samuele Faulisi: In der Band haben wir vier unterschiedliche musikalische Wurzeln. Was mich betrifft, so habe ich bereits als Kind mit dem Klavierspielen begonnen. Alles drehte sich um klassische Musik und amerikanischen Folk. Dann habe ich die härteren Sounds entdeckt - von AC/DC zu IRON MAIDEN, einige Jahre später landete ich beim Metal und Pagan Metal. Davon inspiriert fing ich an Gitarre zu spielen, zu singen und gründete meine eigene Band. Glaub es oder nicht, meine erste Band war ATLAS PAIN! Beinahe ein Jahr lang habe ich nach den passenden Musikern gesucht, und nun sind wir hier, haben 2015 unsere erste EP "Behind The Front Page" veröffentlicht und 2017 unser erstes Album "What The Oak Left". Wir sind stärker denn je zuvor!

Ich war überrascht, aus Italien diese Art von Musik zu hören. Ehrlich gesagt erwarte ich aus eurem Land meistens sinfonischen oder Prog Metal. Was war denn der Auslöser, folkigen Metal zu spielen?

Samuele Faulisi: Wie ich schon sagte, haben wir hier vier unterschiedliche Köpfe mit vier unterschiedlichen Musikgeschmäckern. Aber eines, was uns perfekt miteinander verbindet, ist der Pagan Metal. Wir hören FINNTROLL, ENSIFERUM, ebenso EQUILIBRIUM und andere Ungetüme dieses Genres. Das ist unser hauptsächlicher Fokus, und wir versuchen, das, was wir mögen, auf unsere eigene Art zu spielen. Wir spielen Pagan Metal, aber nicht nur - wir schauen immer auch, dass wir etwas Eigenes kreieren, das uns von den anderen unterscheidet.

Versuch doch bitte einmal, die Musik von ATLAS PAIN zu beschreiben. Es ist ja wirklich kein reiner Folk Metal, sondern auch sehr episch, Soundtrack-ähnlich …

Samuele Faulisi: Genau, das ist es. Wir mögen Pagan Metal, Epic Metal und diese Genres, die zumeist aus den nördlichen Regionen Europas kommen. Aber wir wollen noch mehr geben, haben versucht, Songs mit catchy Riffs und singbaren Melodien zu schreiben. Und so kommen wir mit einfachen Songstrukturen daher, die durch epische und ausladende orchestrale Arrangements aufgewertet werden. Dieser Soundtrack-Style ist genau das, was wir wollen. Nehmen wir einmal Hans Zimmer oder John Williams: Die haben wundervolle Szenarien mit orchestraler Musik kreiert. Wir wollten diese Idee aufgreifen und sie in unsere Musik mit einbringen, extremen Metal und den sinfonischen Part miteinander verschmelzen lassen.

Mit was für einem thematischen Hintergrund beschäftigt ihr euch auf dem Album "What The Oak Left"? Ist es eine Art Konzeptalbum?

Samuele Faulisi: Nein, tatsächlich nicht. Jeder Song auf dem Album hat seine eigene Geschichte und Bedeutung; sie alle erzählen Sagen aus unterschiedlichen Regionen der Welt und analysieren deren Moral. Nichtsdestotrotz gibt es einen Zusammenhang, der sich hinter dem Albumtitel selbst verbirgt. Es ist unser allererstes Album und, wie gesagt, wollten wir etwas Neues in die derzeitige Pagan-Metal-Szene einbringen. Wir ehren die Vergangenheit und die Tradition, wir lieben die Musik, die früher von den großartigsten Bands geschrieben wurde und wir hören sie bis heute. Aber wir wollen uns auch weiterentwickeln - und das ist der Grund, warum wir mehr moderne Elemente in unsere Songs einflechten wollten. Das ist die Bedeutung hinter dem Titel "What The Oak Left": Die Vergangenheit betrachten und vergolden, aber daraus einen neuen, modernen Sound schmieden. Das ist, was die Eiche uns hinterlassen hat, und das pusht uns, neue Musik zu machen!

Liedtitel wie 'The Time And The Muse' klingen mythologisch, oder, genauer gesagt, gräko-romanisch - liege ich richtig?

Samuele Faulisi: Ja, absolut! Der Titel des Openers unseres Albums wurde inspiriert durch ein bestimmtes Bild, das ich bei einem Besuch des Teatro San Carlo in Neapel betrachtet habe. Im Giebel ist ein großes Bild, das Kronos und die Muse, die Beschützerin der Künste, zeigt. Die Bedeutung ist recht simpel - es ist eine Herausforderung der Realität. Beginnt Musik zu spielen, dann bleibt die Zeit stehen. Kunst hat die Macht, alles in Unsterblichkeit zu verwandeln. Das ist ein sehr starkes Thema und aus diesem Grund habe ich beschlossen, "What The Oak Left" in dieser Weise zu beginnen.

Und 'Annwn's Gate' scheint mir irgendwie keltisch, oder?

Samuele Faulisi: 'Annwn's Gate' ist einer der ältesten Tracks von ATLAS PAIN. Wir hatten ihn auf unserer ersten Demo, die wir 2014 aufgenommen hatten. Auf gewisse Weise klang er gleichzeitig alt und modern, daher wollten wir ihn komplett neu arrangieren und auf unser erstes Album aufnehmen. Wenn wir Geschichten aus aller Welt erzählen wollen, können wir auch allerhand Elemente aus unterschiedlichen Musikstilen verwenden - manchmal aus zentralamerikanischen, wie 'The Storm', oder aus dem keltischen Stil, wie in 'Annwn's Gate'.

Euer Bandname ATLAS PAIN klingt auch irgendwie mythologisch …

Samuele Faulisi: Wir spielen epischen Metal und vom ersten Tag an wollten wir gern durch einen Namen repräsentiert werden, der in wenigen Worten unsere Musik beschreibt. Also entschieden wir uns für Atlas, den antiken griechischen Titan, der bis in die Unendlichkeit die Erde und den Himmel auf seinen Schultern tragen muss. Gibt es ein epischeres Bild als dieses? Ah ah ah…!

Wer von euch komponiert die Musik?

Samuele Faulisi: Da bin ich auch schon! Der Prozess des Schreibens ist für uns ziemlich einfach. Ich schreibe die Main Lines jedes Songs. Wenn ich so weit bin und das vorliegen habe, was ich wollte, gebe ich meinen Bandkollegen alle Noten und vorproduzierten Spuren. Dann beginnt der Prozess des Arrangierens, in dem wir alle die perfekte Spielweise der einzelnen Lines suchen, Parts umschreiben, die nicht gut passen, und nach und nach die Elemente zusammenfügen. Letztendlich proben wir gemeinsam, um das Ganze zu vollenden, und da ist er - der brandneue Song von ATLAS PAIN!

Und wer schreibt die Lyrics?

Samuele Faulisi: Das mache immer ich. Was die Lyrics betrifft, würde ich hier niemals irgendwelche Grenzen ziehen. Wie ich schon sagte, erzählen wir gern Geschichten, und daher habe ich mich so intensiv wie möglich in alte Sagen der ganzen Welt eingelesen. Auf "What The Oak Left" wollten wir zusätzlich noch ein introspektives Element mit einfügen. Also haben wir begonnen, über die Stories hinaus noch von der Moral der Geschichten zu erzählen. "From The Lighthouse" ist vermutlich das beste Beispiel dafür. Wir lieben es, die Dinge weiterzuentwickeln. Gerade eben habe ich ein paar neue Ideen zu unseren kommenden Themen und Geschichten … wir werden sehen!

Ganz ehrlich, ich liebe das gesamte Album und würde am liebsten jeden einzelnen Song besprechen. Aber ich konzentriere mich mal auf zwei weitere. Zunächst mein allerliebster Lieblingssong "The Counter Dance". Was hat dich zu diesem Song inspiriert?

Samuele Faulisi: Vielen Dank, Nora! "The Counter Dance" ist der Party-Song, den jede Pagan-Metal-Band in ihrer Discographie unterbringen sollte. Er ist einfach, direkt und durchgeknallt. Er erzählt von einer typischen Nacht in einer antiken Taverne, wo die Krieger trinken und sich nach einem harten Tag erholen, bis eine schöne Dame eintritt und jeden in der Kneipe mit ihrer Schönheit verzaubert. Fun, fun, fun, wie die BEACH BOYS uns vor vielen Jahren gelehrt haben! Hör die Musik, trink ein Bier, und alles andere ist wurscht! Das ist übrigens ein Zitat.

Und der zweite ist, um noch ein bisschen Kontrast reinzubringen, "White Overcast Line". Worum dreht sich die Musik? Hast du bestimmte Bilder im Kopf, wenn du an diesen Song denkst oder ihn spielst?

Samuele Faulisi: "White Overcast Line" war mehr ein Experiment. Viele Magazine und Webzines haben uns davor gewarnt, einen 12 Minuten langen instrumentalen Track zu veröffentlichen, aber nun bekommen wir schon seit Monaten umwerfende Rückmeldungen dazu - vom ersten Tag seit der Veröffentlichung des Albums. Wir sind so glücklich darüber! Der Song ist reine Musik, keinerlei Beschreibung, keine Story dahinter. Es ist eher, als würde ein Maler durch einzelne Bilder mit dir kommunizieren wollen. Er muss dir gar nichts inhaltlich sagen wollen, betrachte einfach die Bilder und fühle deinen eigenen Emotionen nach. Das ist "White Overcast Line", unser persönliches Gemälde.

Plant ihr irgendwelche Live Gigs in naher Zukunft - vielleicht auch in Deutschland?

Samuele Faulisi: Wir bereiten uns tatsächlich auf diverse Sommerfestivals vor. Wir werden einige Shows in Italien geben, und ja, dann auch in Deutschland! Am 11. August werden wir auf dem Heavy Gassenfest in Eberbach spielen, mit SVARTSOT, FINSTERFORST und KAMBRIUM. Wir freuen uns so sehr darauf! Und was nach dem Sommer kommt, nun ja, da ist es noch etwas früh drüber zu sprechen - aber seid bereit!

Arbeitet ihr denn auch schon wieder an einem neuen Album? Oder braucht ihr eine kleine kreative Pause?

Samuele Faulisi: Wir wollen uns ausreichend Zeit lassen. Aber doch, wir haben bereits begonnen, an neuem Material zu arbeiten. Es hat Monate gedauert, bis "What The Oak Left" fertig war, und wir wollen uns nun nicht beeilen müssen. Wir lernen, komponieren, arrangieren und machen das zweite Album von ATLAS PAIN noch stärker denn zuvor!

Vielen Dank für eure großartige Musik und für die Zeit, die du uns gewidmet hast! Die letzten Worte gehören dir:

Samuele Faulisi: Vielen Dank auch, Nora, für deine Zeit, das war ein super Schwatz! Ich hoffe, wir sehen uns bald on the road!

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