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Interview mit Pat von Gurd

Ein Interview von Baterista vom 17.02.2015 (1304 mal gelesen)
GURD haben mit ihrem letzten Album "Fake" jede Menge Eindruck schinden können und waren Ende Januar beim berühmten "70.000 Tons Of Metal"-Cruise mit dabei. Der perfekte Zeitpunkt, um mal zu lauschen, wie das war und was es sonst noch Wissenswertes und Neues aus dem Hause GURD gibt. Gitarrist Pat stand Rede und Antwort.

Hallo! Ein sehr gelungenes Album, das ihr dieses Jahr an den Start gebracht habt. Ende letzten Jahres gab es 20 Jahre GURD zu feiern. Ich nehme an, ihr habt es zu diesem runden Geburtstag ordentlich krachen lassen, oder?

Pat: Klar, das haben wir uns nicht nehmen lassen und in heimischen Hallen, dem Z7 in Pratteln, eine coole Party mit ausgedehntem Konzert gefeiert. Unterstützt von unseren Kumpels PURE INC., die es auch krachen ließen, war das ein denkwürdiger Abend.

Man könnte sagen „Fake“ ist das Geschenk, das ihr euch selbst zu eurem 20-Jährigen gemacht habt. Obwohl es einerseits einen traditionellen Touch hat, klingt es für mich vor allem unglaublich frisch und energiegeladen. Fast ein wenig wie eine Wiedergeburt. Was ist euer Geheimnis?

Pat: Wow, wie eine Wiedergeburt, danke, das klingt gut. Ein Plan oder Zauberfläschchen steckt nicht wirklich hinter dem Album. Wir fingen einfach an Songs zu schreiben und "Fake" kam dabei raus. Im Endeffekt ist es ein gelungener Schnitt durch die Geschichte von GURD geworden, die von allen musikalischen Phasen der Bandgeschichte etwas bietet. Das Geheimnis mag sein, dass wir Spaß an der Sache haben wie vor 20 Jahren.

Ihr seid schon ein paar Mal auf das abgefahrene Cover zu „Fake“ angesprochen worden. Mir ist dazu interessanterweise zuerst das Wort Gier eingefallen, was ja auch ganz gut zur Menschheit passt. Vielleicht kannst du ein paar Worte dazu sagen wie das Artwork zustande kam. Gab es vielleicht sogar mehrere Entwürfe zur Auswahl?

Pat: Zur Zeit des Mixes von "Fake" waren gerade Schmiers und ACCEPTs "German Panzer" bei uns im Studio, um aufzunehmen. Das Cover zu deren Album war bereits am Start und wir fanden das sehr gelungen, und haben uns andere Artworks aus selber kreativer Hand von ANNIHILATOR, GRAVE DIGGER usw. angesehen. Wir nahmen kurzerhand Kontakt zum Designer Gyula Havancsák auf. Er hat den Titeltrack und die Lyrics bekommen, um mit freier Hand etwas zu kreieren. Es gab nur diesen einen Entwurf, der sofort passte. Wir sind sehr zufrieden damit, was der gute Gyula da in kurzer Zeit inhaltlich zu Bild brachte. Es stellt die Lügen und Heuchelei der falschen Zungen der Medien, Politiker usw. dar, die auf die Gesellschaft tagtäglich eingehen. Gier kann auch als Bestandteil hinter dem Titel "Fake" gesehen werden.

Ich mag ‚Hunter Of Dreams‘ am meisten. Hast du einen Lieblingssong auf der neuen Scheibe?

Pat: Das ist schwer zu sagen und ändert sich immer mal wieder. 'Wiped From The Earth' vielleicht, 'Neglected' ist sehr geil live zu spielen.

Die Welt ist momentan im Umbruch, wie schon lange nicht mehr. Eine Krise jagt die nächste und es kommen Bewegungen ins Rollen, die von absurd-beunruhigend (z. B. Pegida) bis extrem verstörend und gewalttätig reichen (Stichwort IS). Mit Bezug auf den Albumtitel und eure Texte; was ist für dich der derzeit größte Fake und was würdest du dir für unsere Gesellschaft wünschen?

Pat: Entschleunigung! Weniger Überdosis von allem, was jeden Tag auf uns einprasselt. Weniger Facebook. Bei Kindern redet man von ADS, aber eigentlich hat beinahe jeder Erwachsene ADS. Die Menschheit an sich sitzt auf der falschen Seite des Astes an dem sie sägt und merkt es hoffentlich sehr bald, bevor wir alle wiped from the earth sind. Größter Fake: Freihandelsabkommen mit den USA!

Und mit Blick auf das Musikbusiness, was ist da deiner Meinung nach das größte Problem?

Pat: Neben dem üblichen Thema der illegalen Downloads, die große Teile der Industrie in die finanzielle Bredouille trieben, mit Sicherheit das grenzenlose Internet an sich. Zudem die allgemeinen technischen Möglichkeiten, die eine Überflutung des Musikmarktes mit sich brachte. Jeder, und das heißt nicht, dass dies billige Massenware ist, kann in seinem Wohnzimmer eine Produktion am Rechner fahren und diese weltweit per Internet vermarkten. Durch die Masse findet automatisch eine Entwertung des Einzelnen statt. Die wirklich großen Acts, die noch aus einer Zeit kommen, wo es hart und reell erarbeitet war, dass ihre Musik weltweit gehört wird, sterben in den nächsten Jahren aus. Neue markante Säulen gibt es nicht, weil alles ein Teppich aus Vielen ist. Das macht es für die Kids schwer, sich zu orientieren und somit entstehen keine neuen dauerhaften Supergroups. Die Industrie versucht, mit Booking-Knebelverträgen die fehlenden Tonträger und legalen Downloadeinnahmen zu kompensieren, was es den Bands wiederum erschwert, professionell am Ball zu bleiben. Könnte man Romane zu schreiben und es von vielen Seiten beurteilen. Zuviel von allem und überall, mit der damit verbundenen Entwertung. Die fehlende Bereitschaft, für die Arbeit der Musiker etwas zu bezahlen, bzw. die einfache Möglichkeit anderweitig dran zu kommen, sind, denke ich, Grundprobleme.

Wie ich gesehen, bzw. eher gelesen, habe seid ihr mit dem diesjährigen „70.000 Tons Of Metal“-Festivalschiff durch die Karibik gecruist. Ich stelle mir das spektakulär geil vor. Wie war‘s denn?

Pat: Ja spektakulär, eindrücklich, aufregend und zugleich eine sehr entspannte Atmosphäre auf dem Schiff. Für uns als Band ein Erfolg, trotz der vielen Bands und parallelen Konzerte waren unsere Shows gut besucht, energiegeladen und mit Hammer-Resonanz versehen. Eine tolle Erfahrung, auf DER Cruise gewesen zu sein. Wird sich auf jeden Fall halten, dieses Event, und fester Bestandteil der Szene bleiben.

Gab es auch Dinge, die ihr dort nicht so toll fandet?

Pat: Nein! Wobei doch, die beste Bar hatte nur an 2 der 5 Tage geöffnet.

Wann können wir euch denn mal wieder in Deutschland live und in Farbe sehen und hören? Das letzte Mal ist ja schon eine Weile her …

Pat: Derzeit stehen keine Shows in Deutschland an. Aber wer uns bucht und es passt, wir sind da und rocken das Haus. Eine eventuelle Europatour könnte uns dieses Jahr nach Deutschland bringen. Ist aber noch nichts spruchreif. Neben der Musik haben wir auch alle Jobs und teilweise Familie unter einen Hut zu bringen.

Bleibt dir, neben Band, dem üblichen Geldverdienen und Familie, noch Zeit für andere Hobbys? Wenn nicht, was würdest du gerne mal machen?

Pat: Mein Hobby ist der Hang zu HiFi und Heimkino, wo ich ständig irgendwas aufstocke und verbessere. Wobei oft die Zeit fehlt, ausgiebig auf der Couch High-Fidelity-Musik zu hören oder Filme zu schauen. Ansonsten fehlt mir tatsächlich selbst die Zeit, mir Gedanken über weitere Hobbys zu machen. Von daher, passt!

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit dem neuen Album! Die letzten Worte gehören dir …

Pat: Bleibt zu sagen, dass ich hoffe, dass alle, die unsere neue Scheibe in die Finger bekommen, ebenso viel Freude beim Hören oder Abfeiern auf unseren Konzerten haben, wie wir beim Spielen der neuen Songs. Entschleunigt euch und bringt es mit etwas auf den Punkt! C ya in the Pit!

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