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Interview mit Frédéric Leclercq von Dragonforce
Ein Interview von Akhanarit vom 20.08.2014 (1689 mal gelesen)
Auf zur nächsten Welttournee!

DRAGONFORCE sind eine Band, die polarisiert. Das war schon immer so. Seit dem Wechsel am Mikrofon wohl mehr denn je. Doch DRAGONFORCE sind bei weitem keine Anfänger mehr und blicken voller Zuversicht in die Zukunft. Bassist Frédéric nahm sich die Zeit, ein wenig mit uns über das neue Album, die anstehende Welttournee und natürlich über den wohl einschneidendsten Besetzungswechsel der Bandgeschichte zu sprechen.

Hallo vom Bleeding4Metal und Gratulation zu eurem neuen Album "Maximum Overload"!

Fred: Guten Tag und vielen Dank!

"Maximum Overload" ist bereits euer sechtes Album (das zweite mit neuem Sänger Mark Hudson) und einmal mehr habt ihr einen tollen Kompositionsjob abgeliefert! Wie zufrieden seid ihr mit dem Ergebnis?

Fred: Mehr als happy! Ich habe viel von mir bei diesem Album eingebracht. Auf den vorherigen Alben war Sam der Hauptsongwriter, aber für dieses Album haben wir uns zusammen getan und nahezu alles gemeinsam geschrieben. Ich schätze, das ist, was dieses Album frisch und anders klingen lässt, da ich viele Elemente in DRAGONFORCEs Musik gebracht habe, die zuvor noch nicht da waren. Alle haben in den schwedischen Studios einen fantastischen Job gemacht, nicht zu vergessen Jens Bogren, der das Album produzierte und das Beste aus uns herausgeholt hat. Also ja, wir sind absolut glücklich mit dem Endergebnis!

Nachdem ihr vor zwei Jahren Marc vorgestellt habt, haben sich die DRAGONFORCE-Fans ein wenig gespalten, soweit ich das beurteilen kann. Hat der Wechsel an den Vocals einen Effekt auf euren Erfolg als Band gehabt und wie oft bekommt ihr Reaktionen von Fans, die ZP vermissen?

Fred: Es ist in so einer Situation unmöglich, jeden zufrieden zu stellen. Das wussten wir von Anfang an, aber die Reaktionen waren extrem positiv! Also ja, du wirst immer welche stöhnen hören: "Vorher war's aber besser!" - Manche Leute bereuen auch den alten Bassisten und manche sogar die Demo-Tage, hahaha. Aber wie ich schon sagte, waren es größtenteils positive Rückmeldungen!!

Mark ist jetzt schon eine Weile bei euch und ich schätze, er hat eine Menge Zeit damit verbracht, sich mit eurem alten Material vertraut zu machen und sich darauf zu konzentrieren, mit Ideen für neue Tracks anzukommen. Wie groß war sein Einfluss diesmal?

Fred: Marc ist nicht wirklich ein großer Teil des Songwritingteams, aber diesmal wussten wir, was er kann und in welchen Lagen er am besten ist. Für "The Power Within" waren die Songs schon geschrieben, bevor Marc zu uns kam, und wir mussten sie manchmal etwas umarrangieren, damit sie zu seiner Stimme passten. Diesmal wurden die Songs mit seiner Stimme im Hinterkopf geschrieben. Keine Ahnung, ob den Leuten das aufgefallen ist, aber das macht einen gewaltigen Unterschied! Marc half uns auch mit einigen Lyrics und als es dann an die Gesangsaufnahmen ging, haben wir ihm ein wenig Freiheit gelassen, einige Gesangslinien zu so modifizieren, wie er es haben wollte. Es ist eine Sache, den Kern eines Songs zu schreiben. Es ist aber auch wichtig, die anderen sich musikalisch ausdrücken zu lassen. Das ist das, was einen Song besser macht. Sechs Ohrenpaare anstelle von nur einem oder zweien.

Wenn ich mir eure Diskographie mal näher betrachte, fällt mir auf, dass ihr in Punkto Speed versucht habt, die Extreme zu erreichen. Mit jedem Album habt ihr eine Schippe draufgelegt, bis ihr dann plötzlich mit "Ultra Beatdown" einen Gang zurückgeschaltet habt. Nebenbei bemerkt das letzte Album mit ZP. Stimmst du mir da zu?

Fred: Hmmm ... ja und nein. Ich denke nicht, dass wir einen Gang zurück geschaltet haben, da die schnellsten Songs geschrieben wurden, als ich zur Band stieß. Ich schätze, es variiert jetzt mehr in den Tempis, aber ich würde das nicht "einen Gang zurückschalten" nennen. Wir sind immer noch interessiert an Geschwindigkeit und schnellen Riffs/Blastbeats ... nur nicht mehr DAUERND. So wie ich das sehe ... lass uns sagen, du magst würziges Essen so wie ich, aber wenn du die ganze Zeit würziges Essen zu dir nimmst, fällt dir das gar nicht mehr auf. Wenn du aber dann andere Sachen zwischendurch isst, dann genießt du es wieder, wenn etwas würzig ist. Und ich denke, das trifft so auch auf die Musik zu.

Wenn ich das neue Release mit dem letzten vergleiche, muss ich sagen, dass Marcs Stimme stärker geworden ist ... mutiger. Aber auch die Art, wie ihr Jungs jetzt spielt. Es beginnt irgendwo mit klassischem Metal, der so schnell und extrem gespiet wird, dass ihr jetzt sogar an Death Metal-Sphären kratzt (zum Beispiel bei 'No More'). Ist es nun so, dass ihr auf dem Speed-Sektor alles gesagt habt und ihr nun nach und nach den anderen Extremen einen Besuch abstattet?

Fred: Marcs Stimme betreffend ist das normal, denke ich. "The Power Within" war seine erste professionelle Aufnahme und er hatte zuvor nur einige Gigs in Pubs gespielt. Nach zwei Jahren, in denen er nun die Welt betourt und anderthalb Stunden jede Nacht gesungen hat, schätze ich, dass seine Stimme stärker und auch selbstsicherer geworden ist! Mit den angesprochenen Einflüssen ist es das gleiche Konzept wie mit unserer Musik. Es ist gut zu experimentieren. Es ist gesund. Wir alle hören Unterschiedliches, haben verschiedene Einflüsse und es ist toll, Sachen auszuprobieren und in unsere Musik zu integrieren. Da ich viele Riffs und Melodien für "Maximum Overload" geschrieben habe, ist es normal, eine Stimmungsveränderung wahrzunehmen, weil ich Death, Black, Thrash, aber auch 70's Prog oder auch klassische Musik höre. Also vereinen wir all das in unserer Musik und das beschert dir DRAGONFORCE 2014!

Erzähl uns ein bisschen über das Konzept von "Maximum Overload". Was waren die Gedanken hinter den neuen Songs?

Fred: Der Titel und das Cover sind ein Verweis auf unsere heutige Welt und ihr Bedürfnis, alles zu wissen und jederzeit über alles reden zu können, aber meist durch ein Handy oder Computer. All diese sozialen Netzwerke machen uns extrem einsam aber auch verbittert ... und ich könnte ewig so weiter machen, weshalb ich jetzt aufhöre, hahaha! Schau dir doch einfach mal die Leute in den Bars an. Viele von ihnen verbringen die Hälfte der Zeit damit, auf einen kleinen Bildschirm zu starren. Die Realität ist nicht das, was um sie herum statt findet, sonder findet in einer kleinen Box mit einem leuchtenden Display statt. Wir alle leiden unter der Überlastung an Informationen, Leuten, die ununterbrochen über ihre neuen Schuhe oder politischen Sichtweisen "tweeten", "festhalten", was es zu Mittag gab und die Lügen der Selbstsüchtigen ... aber hey, das Leben geht weiter! "Maximum Overload" verweist auf lustige Weise ebenfalls auf die Anzahl an Noten in unseren Gitarrensolos, wir haben also wirklich keinen Gang runtergeschaltet (lacht). Was die Lyrics auf dem neuen Album betrifft, ist es ziemlich unterschiedlich. Also schlage ich vor, dass die Leute es selber hören und wenn sie es dabei nicht herausfinden, können sie mich nach der Show einfach fragen!

Was, würdest du sagen, war das bisher am schwersten aufzunehmende DRAGONFORCE-Album und warum?

Fred: Also was mich persönlich angeht, hat "The Power Within" laaaange gebraucht, um aufgenommen zu werden. Ich musste lange in London bleiben, um an den Vocals zu arbeiten, den Harmonien (ich bin sehr wählerisch, was Harmonien angeht), dauernd Parts zu ändern, Re-Recording-Zeug eben. Ich hatte viel aufzunehmen und zu spielen (Gesang, Bass, Gitarre, Keyboard) und ich habe auch co-produziert und als Krönung bedeutet UK auch subobtimales Essen (ich bin immer noch Franzose) also war das ein echter Albtraum! Aber ja, Spaß beiseite, das war echt ein harter Brocken aber wir sind noch immer happy mit dem Ergebnis!!

Gibt es brereits Pläne oder fertige Songs für das nächste Album? Ohne uns zu viel zu verraten ... Was können die Fans in der Zukunft erwarten?

Fred: Ich habe sicherlich noch ein paar Ideen und Riffs. "Maximum Overload" ist jetzt noch sehr frisch und ich kann jetzt wirklich noch nicht so weit blicken. Ich mag die Songs, die wir jetzt haben, wirklich sehr. Also ist der nächste Schritt, sie live zu spielen und die Reaktionen der Leute abzuwarten. Das wird uns auf die ein oder andere Weise beeinflussen, denn das tut es immer.

DRAGONFORCE ist eine Band, die für gewöhnlich nur "Lover" oder "Hater" hat. Es ist sehr selten, Leute zu finden, die euch Jungs legiglich "OK" finden. Was glaubst du woher das kommt?

Fred: Ich weiss es nicht. Vielleicht, weil wir ein bestimmten Sound haben? Was auch immer die Gründe sein mögen ... Ich denke es ist gut, eine Emotion hervorzurufen als lediglich "OK" zu sein. Diese extremen Reaktionen bedeuten, dass wir anders sind. Aber so sind wir nunmal. Es ist nichts Erzwungenes.

Wenn ich mal zurück blicke, wie ich DRAGONFORCE zum ersten Mal zu hören bekam, muss ich "Sonic Firestorm" nennen! Es war eines jener Alben, die ich mir kaufte, weil mir das Cover irgendwie zugesagt hat. Als ich es das erste Mal gehört hatte, hatte ich eine neue Definition von Speed im Melodic/Power Metal. Wart ihr gelangweilt vom JUDAS PRIEST-Speed und wolltet an die Grenzen gehen, oder warum warum greift eine Band plötzlich nach dem schier Unmöglichen, hahaha?

Fred: Ich erinnere mich daran, dass Herman mir eine E-Mail schickte, als "Sonic Firestorm" vor dem Release stand (zu der Zeit war ich in einer Band Namens HEAVENLY und wir waren Freunde und Labelkollegen) und er war aufgeregt, Blastbeats in ihre doch sehr melodische Musik einzubetten. Ich erinnere mich, die Songs gehört zu haben und dachte: "Gar nicht mal schlecht!" Das war eher mein Dings als "Valley Of The Damned", welches mehr ein traditionelles Feeling hatte. Wie auch immer. Ich denke, die wollte die Grenzen des Genres sprengen, was sie dann taten und was wir auch noch heute tun!

Wo wird als nächstes live Halt gemacht? Ich wette, ihr seid schon hungrig auf die Bühnen und könnt es kaum erwarten, ein paar Energiewellen in die Menge zu blasen!

Fred: Ich kann es tatsächlich nicht erwarten, die neuen Stücke live zu spielen! Wir haben schon neues und älteres Material mit unserem neuen Drummer Gee geprobt und alles klingt energetisch und wirklich tight! Wir starten die Welttournee mit 20 Shows in UK und Irland (letztes Mal was es Nordamerika; wir versuchen jede Welttournee in einem andren Teil der Welt zu beginnen). Dann haben wir ein paar Tage frei bis wir nach Japan zum Loud Park-Festival in Tokyo fliegen. Danach geht's auf eine 28 Gigs umspannende Europa Tour mit EPICA, welche Bochum, Hamburg, Berlin, Leipzig, Wien, München und Köln beinhalten wird, wodurch unsere deutschen und österreichischen Fans etliche Möglichkeiten haben, zu den Shows zu kommen und "hi" zu sagen. Der Rest des Tourplans wir dann später bekannt gegeben, aber eine Australien- und die erste Nordamerika-Tour sind schon fest gemacht aber noch nicht offiziell gemacht und währen wir hier reden, wird Südamerika klar gemacht. Diese Welttournee wird ausgedehnter als die zu "Inhuman Rampage" (welche zwei Jahre dauerte) und wird bis 2016 laufen! Wir wollen überall spielen und machen das sicherlich auch - oder sagen wir fast (lacht).

Was war der beeindruckendste Gig dem du bisher beiwohnen konntest? Nimm uns doch bitte auf eine kleine Reise durch deine Gedanken mit.

Fred: Mal sehen ... das Download Festival vor 100.000 schreienden Metal-Fans zu spielen was großartig, besonders wenn du dir danach das Video dazu anschaust, denn wenn du auf der Bühne stehst, übernimmt das Adrenalin und du begreifst gar nicht, was eigentlich abgeht. Ich erinnere mich an ein paar Gigs in den USA, die echt brutal waren. Eins der Kids musste ins Krankenhaus, weil sein Piercing den Mosh Pit nicht überlebt hat, ouch!!! Ganz persönlich liebe ich es, in Japan zu spielen, weil ich dieses Land liebe. Das letzte Mal waren wir für das Loud Park-Festival 2012 dort. Und die Leute am Anfang von 'Seasons' klatschen zu sehen gab mir eine grooooße Emotionswoge, die man unmöglich beschreiben kann. Aber das ist einer jener Momente, in denen du realisierst, dass es die richtige Entscheidung war, für die Musik alles andere zu opfern!

Nun, das wars dann auch schon wieder von mir und ich danke dir vielmals für die Gelegenheit ein kleines Interview mit euch zu führen. Die letzten Worte gehören dir. Fühl dich eingeladen, zu deinen Fans zu sprechen, über deine Gedanken oder was auch immer dir sonst so in den Sinn kommt. Stay heavy!

Fred: Vielen Dank für deine Fragen, vielen Dank an eure Leser und alle deutschen DRAGONFORCE-Fans. Wir wissen euren Support sehr zu schätzen. Wir hoffen, euch alle bei den Shows der "Maximum Overload" World Tour zu sehen!

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