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Interview mit Inferno von Behemoth

Ein Interview von Eddieson vom 12.03.2014 (2889 mal gelesen)
Während INQUISITION sich im Grünspan die (schwarze) Seele aus dem Leib prügeln, machen mein Kumpel Boddy und ich es uns zusammen mit BEHEMOTH-Schlagzeuger Inferno im Tourbus gemütlich. Der etwas introvertierte, dennoch sehr sympathische Pole erzählt uns dabei etwas über Perfektionismus im Studio, wer für ihn "der Satanist" ist, ob BEHEMOTH immer den richtigen Weg gegangen sind und noch einiges mehr.

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Danke, dass wir hier sein dürfen. Wie geht es dir?

Inferno: (auf Deutsch) Herzlich willkommen. Danke, mir geht es sehr gut. Heute ist die vorletzte Show dieser Tour.

Wie du schon sagtest, es ist die vorletzte Show. Erzähl uns doch mal über ein paar Highlights dieser Tour.

Inferno: Ein Highlight war sicherlich Wien und Wiesbaden. Das war eine große Überraschung für uns.

Warum genau? Wegen der Fans oder warum?

Inferno: Ja, da passte einfach alles. Die Location war super, das Publikum natürlich auch und wir haben gut gespielt. Das ist eine der größten Touren, die wir jemals gemacht haben. Ähnlich wie die mit CANNIBAL CORPSE vor 2 Jahren. Aber insgesamt ist diese doch etwas größer, weil wir einige Sachen dabei haben, die wir damals nicht hatten. Pyros, usw., die wir heute glücklicherweise auch nutzen können. Leider konnten wir das nicht an jedem Abend, weil einige Hallen dafür zu klein waren.

Wer hatte die Idee euch auf Tour mit CRADLE zu schicken?

Inferno: Ich habe keine Ahnung.

Bist du ein Fan von CRADLE?

Inferno: Nein, bin ich nicht. Ich bin mehr Old School. Ich ziehe die Sachen aus dem Ende der Achtziger oder Anfang der Neunziger vor. Aber ich respektiere sie.

Habt ihr den Erfolg, den ihr mit "The Satanist" habt, auch nur annähernd erwartet? Immerhin seid ihr in den US-Charts vertreten gewesen.

Inferno: Nein, das haben wir natürlich nicht erwartet. Wenn wir in unserem Proberaum arbeiten, reden wir eigentlich nicht darüber, ob ein Album Erfolg haben kann oder nicht. Die Musik kommt von uns, aus unseren Herzen. Oftmals haben wir früher viele Riffs einfach rausgeschmissen. Diesmal war es so, dass wir die Riffs behalten haben und uns gut dabei fühlten. Na ja, und das Ergebnis kennt man ja.

"The Satanist" als Titel ist sehr einfach und prägnant. Wer ist aber für dich der Satanist?

Inferno: Das kann jeder sein. Der Titel steht für sich selbst. Es geht um uns, um die Band, die Menschen. Der Titel soll auch für eine gewisse Stärke stehen. Ein starkes Manifest.

Auf der DVD zu "The Satanist" beschreibst du die Entstehung des Albums als eine schwierige Aufgabe, weil 3 unterschiedlich starke Charaktere dort aufeinander trafen.

Inferno: Das Problem war, dass wir absolut perfekt sein wollten und genau den Sound haben wollten, der uns im Kopf vorschwebte. Das haben wir versucht. Wenn z. B. Nergal mit einer Version eines Songs zufrieden war, waren wir es nicht. Wir wollten an einen Punkt kommen, wo alle zufrieden sind. Das war schwierig. Ich weiß nicht, ob ihr es wisst, aber mitten in der Produktion hat Colin Richardson, unser damaliger Produzent, gesagt, er sei nicht der Richtige für den Job und so hat er alles hingeworfen. Dann haben wir Matt Hyde gefunden, der grad 'ne Pause zwischen zwei Sessions hatte und er hat sich dafür entschieden. Der zweite Mix, der von Matt kam, war absolut fantastisch. Ich glaube, Colin wollte ein zweites "Evangelion"-Album machen, aber die Musik auf "The Satanist" braucht etwas komplett Neues und Frisches.

Das ist eine gute Überleitung. Im Studio seid ihr also Perfektionisten?

Inferno: Definitiv.

Und wie sieht es auf der Bühne aus?

Inferno: Da auch. Wenn ich mal überlege, auf dieser Tour, wenn ich alles so zusammenzähle, war ich mit 5 Konzerten absolut zufrieden. Und das ist schon sehr viel.

Wenn du die Möglichkeit hättest, mit BEHEMOTH noch mal von vorne anzufangen: Würdest du alles noch mal genauso machen oder würdest du die ein oder andere Entscheidung vielleicht heute doch anders treffen?

Inferno: Das kann ich nicht beantworten. Aber ich glaube nicht, schließlich sind wir jetzt da wo wir sind.

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Ich wollte es grad sagen. Ihr seid momentan on top.

Inferno: Es war wohl doch der richtige Weg. Schritt für Schritt sind wir diesem Ziel näher gekommen. Wir haben in einem kleinen Van eine Tour durch die USA gespielt, vielleicht eine Nacht in pro Woche in einem Hotel geschlafen. Solche Touren mussten wir häufig machen. Wir wissen, wie hart das ist, grad am Anfang und kennen auch die beschissenen Seiten einer Tour sehr gut. Viele Menschen denken "Ach, Scheiß-Rockstars!" aber wir haben zur Genüge unsere Bühnen selbst aufgebaut, die Sachen aus dem Anhänger geholt und auf die Bühne getragen. Deswegen ist mein Rücken heute kaputt. Sogar der Rücken von jedem in der Band.

Das stimmt, viele Leute sehen das heute nicht, sondern sehen nur die Momentaufnahme einer Band, nicht unbedingt wie sie sich diesen Status erarbeitet hat.

Inferno: Das ist leider so.

Was habt ihr heute noch nach der Show vor? Reeperbahn?

Inferno: Wahrscheinlich nur noch ein paar Bier und dann ins Bett.

Keine Party mehr? Macht ihr noch Party nach Konzerten?

Inferno: Ja, manchmal schon, aber auf dieser Tour nicht.

Wie alt bist du?

Inferno: 35. Diesmal bin ich nicht so in Party-Stimmung. Und das fühlt sich gut an. Ich versuche mich mehr auf das Schlagzeugspiel zu konzentrieren und versuche fit zu bleiben. Grad weil ich eine Zwangspause von 8 Monaten einlegen musste. Ich habe eine blöde Operation hinter mir, und erst einen Monat vor Tourstart wieder mit dem Schlagzeugspielen angefangen.

Das finde ich eine sehr professionelle Einstellung.

Inferno: Ist doch klar. Die Leute kaufen sich ein Ticket und dann muss man ihnen auch 100% dafür geben.

Findest du es gut, mit so einem großen Package unterwegs zu sein?

Inferno: Klar, meine Lieblings-Bands sind in diesem Package dabei.

Ach.

Inferno: Ja, wirklich. INQUISITION und IN SOLITUDE.

Für mich persönlich reichen ja 3 Bands.

Inferno: Ich glaube es ist attraktiver für die Leute. Es ist wie ein kleines Festival und das mag ich. Außerdem spielen wir in etwas größeren Locations. Natürlich mag ich auch die kleinen Clubs, wenn man den Face2face-Kontakt zum Publikum hat. Da fühlt man die Energie, die vom Publikum ausgeht natürlich viel stärker.

Wie sehen die eure Pläne für den Rest des Jahres aus?

Inferno: Wir werden die ganze Zeit auf Tour sein, mit einer kurzen Urlaubspause im September.

Hast du eigentlich ein Ritual vor jeder Show?

Inferno: Ja, 30 Minuten absolute Stille. Das brauche ich um meine Gefühle zu sortieren.

Okay, dann lassen wir dich jetzt in Ruhe, bedanken uns für das Interview und die letzten Worte gehören dir.

Inferno: Danke. Enjoy the show!

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