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Interview mit Santeri von Amorphis

Ein Interview von Eddieson vom 11.03.2013 (3750 mal gelesen)
Das neue Album "Circle" der Finnen steht in den Startlöchern und wartet darauf, veröffentlicht zu werden. Keyboarder Santeri erzählte mir etwas über das Konzeptalbum, über betrunkene Israelis und Mädchen, die seine Zehen massieren.

Hi, Santeri! Wie geht es dir?

Santeri: Danke, sehr gut. Ich kann es kaum abwarten, bis das Album rauskommt und wir wieder auf Tour sind. Seit Dezember liege ich auf dem Sofa und glotze TV. Ich glaube, es haben sich auch schon Narben gebildet. Mir wird langweilig. Ich möchte jetzt auf Tour gehen.

Euer neues Album "Circle" wird am 19.04. veröffentlicht. Was können die Fans vom neuen Output erwarten?

Santeri: Etwas Neues und Frisches hoffe ich. Wir haben versucht, es diesmal etwas anders zu machen, als wir es bei den letzten Alben gemacht haben. Wir haben diesmal einen richtigen Produzenten, und die Band hat das Album nicht mitproduziert. Das Schlagzeug wurde in einem Waldstudio aufgenommen, wo die ganze Zeit Rehe rumliefen. Außerdem wurde das Album in Schweden gemixt. Das ist der Trick. [grinst]

Gibt es einen großen Unterschied zu euren bisherigen Releases?

Santeri: Musikalisch haben wir versucht, nicht zu viel zu ändern. Die Songs sind so entstanden, wie sie früher auch entstanden sind. Irgendeiner bringt ein Demo mit zu den Proben und dann nimmt das seinen Lauf. Wir hatten aber das Gefühl, dass das Album wieder härter werden muss als "The Beginning Of Times". Wenn ich es jetzt fertig gemixt und gemastert höre, dann ist es wirklich härter als frühere Sachen. Das Keyboard ist etwas im Hintergrund, viele harte Riffs und ein schön tiefer Bass. Es gibt aber immer Abweichungen in der Musik, wenn du live spielst oder ein Album produzierst.

"Circle" ist ein Konzeptalbum geworden. Erzähl mir doch mal etwas über das Konzept und die Geschichte hinter den Songs.

Santeri: Die Geschichte geht um einen Mann, der in der heutigen Zeit lebt und dem das Leben nicht so gut mitspielt und der halt einfach versucht, mit seinen wenigen Mitteln zurechtzukommen. In den Songs geht es dann darum, dass die Vergangenheit - in der finnischen Kalevala Mythologie - ihm als Schamane begegnet und ihn wieder auf den richtigen Weg bringt. Es ist also eine Überlebensstory. Wenn ich genauer darüber nachdenke, ist das eigentlich die Geschichte eines jeden finnischen Mannes, nur dass der Schamane nicht vorkommt. [lacht]

Das neue Album wurde von Peter Tägtgren produziert. Warum habt ihr euch für ihn entschieden, und warum hat er bisher noch keines eurer Alben produziert?

Santeri: Wir hatten wenig Auswahl an Produzenten, die wir fragen konnten. Wir hatten Peter aber schon lange im Hinterkopf. Ich erinnere mich an eine Situation auf einem Festival, wo er etwas angetrunken schreit: "Ich werde euer nächstes Album produzieren und den Schlagzeug-Sound werde ich riiiichtig feeettttt machen!". Zurück im AMORPHIS-Büro haben wir dann eine Liste mit Rick Rubin, Trevor Hornes und Desmond Childs gemacht, die definitiv eine Liga höher sind, aber man soll ja ganz oben anfangen, nicht wahr? [lacht] Irgendjemand brachte dann Peters Name ins Spiel, also haben wir ihn angerufen und er hat zugesagt.

Fast jedes AMORPHIS-Album war in den finnischen Top-Ten. "Eclipse", "Silent Waters" und "Skyforger" haben sogar Gold gewonnen. Setzt ihr euch nun mit "Circle" unter Druck?

Santeri: Es lief wirklich gut für uns mit den letzten Alben, dass es fast unmöglich ist, noch mal so einen Erfolg zu haben. Aber natürlich hoffe ich das, damit wir durch ganz Finnland eine Tour machen können. Ich bin da aber etwas skeptisch. Die finnische Musik-Industrie wird immer kommerzieller. Rap ist groß hier und Casting-Show-"Talente" füllen die Charts. Mal schauen, wie schwer es für uns wird.

Es gibt hier das Sprichwort "Never change a winning team". Ihr habt aber den Produzenten und den Mann gewechselt, der für eure wirklich guten Artworks verantwortlich ist.

Santeri: Ja, aber es ist total normal Dinge auch mal anders zu machen. Um ehrlich zu sein: es wurde etwas langweilig, die Alben immer auf demselben Wege zu machen. Natürlich haben wir noch einen großen Einfluss auf die Songs, und wie sie später klingen. Peter war sicherlich keine Art von Diktator im Studio. Es lief eigentlich alles sehr reibungslos. Peter ist halt auch Musiker.

Ich habe gelesen, dass ihr ein spezielles Akustik-Set auf dem kommenden Wacken spielen wollt. Erzähl doch mal etwas darüber.

Santeri: Wir werden eine Art Semi-Akustik-Set spielen, aber natürlich auch etwas von dem härteren Stoff. Mit uns wird ein Flöten- und Saxofonspieler auf die Bühne kommen. Esa und Tomi werden einige Songs mit der Akustik-Gitarre begleiten und Jan wird so Indo-Afrikanische Percussion spielen. Es ist großartig, so ein akustisches Arrangement für das Wacken zu spielen. Das darfst du nicht verpassen, das wird nicht nur außergewöhnlich, sondern auch wahrscheinlich nicht noch mal passieren.

Am 19.04. werdet ihr in Israel spielen. Weißt du etwas über die dortige Metal-Szene? Ist das euer erstes Mal in Israel?

Santeri: Ich weiß nur ein bisschen was, da wir vor einigen Jahren mit ORPHANED LAND getourt sind. Auf der Tour habe ich gelernt, dass Israelis sehr strikt mit dem Alkohol umgehen. Sie trinken nicht so viel, wie wir, aber wenn sie betrunken sind, dann tanzen sie nackt durch den Bus. Also, vielleicht war es eine gute Entscheidung dort mal wieder zu spielen. [lacht] Mal im Ernst, ich weiß nicht wirklich viel über die dortige Szene. Ich weiß, dass es dort eine Metal-Szene gibt aber ich habe keine Ahnung, wie unsere Show dort ankommen wird.

Ich habe in letzter Zeit ein paar großartige finnische Bands und deren Alben gehört. Bands, wie ANTAGONIST ZERO, MORS PRINCIPIUM EST und SONS OF AEON, z. B. Welche Bands sollten deiner Meinung nach auch unbedingt mal angetestet werden?

Santeri: Es gibt hier eine große Doom und Okkult-Rock Szene. Ich würde vielleicht mit ORNA und SAMMAL anfangen. Außerdem gibt es hier diese gruselige Glam-Rock-Szene, die sich hier grad entwickelt und von Woche zu Woche größer wird. Die Jungen lieben es, ich denke, ich hab sie alle in den 80er gesehen und deren Platten in meinem Regal.

Was wünscht du dir für die Zukunft von AMORPHIS.

Santeri: Ich wünsche mir, dass wir weiterhin unseren Visionen folgen, unsere Rechnungen bezahlen können und das der Erfolg uns weiterhin Musik machen lässt die wir dann vor Leuten auf der ganzen Welt spielen können. Ich bin zu alt für eine neue Karriere. Hoffentlich können wir bis zu unserem Lebensende Musik machen.

Letztes Jahr habt ihr auf dem 70.000 Tons Of Metal gespielt. Was hältst du von dieser Art Festivals?

Santeri: Ich liebe es. Es ist ein Konzert und es ist Urlaub. Die Sonne scheint, dir wird ein Bier gebracht, wann immer du eins möchtest, Mädchen massieren dir deine Zehen am Pool und du wirst auch noch dafür bezahlt. Das ist schei**e-geil! Solche Festivals sind mal was anderes für die Fans. Es ist super, dass es solch verschiedene Festivals gibt, Indoor, Open-Air oder eben diese Kreuzfahrten. Diese sind ja grad schwer im Trend mal sehen ob sie sich auch fest im Markt etablieren.

Was sind eure Pläne für 2013?

Santeri: Im Sommer werden wir fast jedes Wochenende auf irgendeinem Festival spielen. Im Herbst versuchen wir, nach Japan und Russland zu gehen und hoffentlich unsere erste Australien-Tour spielen. Die Europa-Tour startet dann im November, wo wir dann aber hauptsächlich die westliche Seite abdecken werden. Hoffentlich kommen dazwischen noch ein paar finnische Termine. Außerdem hörte ich, dass es nach Süd-Amerika gehen soll, aber das ist noch nicht sicher. So wird 2013 viel Zeit im Bus verbracht und Flugzeug-Essen, und Kartoffelchips gegessen. Wir werden also sehr beschäftigt sein, ich freue mich drauf!

Santeri, vielen Dank für deine Zeit und die letzten Worte gehören natürlich dir!

Santeri: Okay, Leute, lest mehr bleeding4metal.de. Nehmt euch ein Bier und 'ne Zigarette, hört Metal und schießt euch richtig aus dem Leben. Dann wacht auf dem Boden liegend wieder auf, übergebt euch und hört VENOM. Es ist ein schönes Leben. Oh, und dann hört unser neues Album "Circle". It's a killer!

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