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Interview mit Rami (Gitarre) und Barney (ebenfalls Gitarre) von Nervecell
Ein Interview von Eisenbrecher vom 03.06.2011 (2852 mal gelesen)
Die arabischen Todesmetaller von NERVECELL waren so freundlich, mir ein paar Fragen zur Metalszene in Dubai, zu Ihrer kürzlichen Tour und zu ihrem neuen Album "Psychogenocide" zu beantworten.

Wie geht's euch und wie läuft die Tour?

Rami: Uns geht's ziemlich gut, wir sind grade von unserer "Psychogenocide Asia Tour 2011" durch die Philippinen, Indien und Sri Lanka zurück. Wir haben auf einem geilen Festival namens "Pulp Summer Slam" mit ANTHRAX, DEATH ANGEL, HELLYEAH und lauter lokalen Bands vor 30.000 Leuten gespielt! Wir haben als Headliner in verschiedenen Städten auf den Philippinen, Sri Lanka und als Coheadliner, zusammen mit DECAPITATED, auf dem Deccan Rock Festival in Indien gespielt. Hat total Spaß gemacht! Wir waren glücklich, wieder in Indien und Sri Lanka zu sein und unsere Fans dort zu sehen!

Ihr habt vor ein paar Wochen zum ersten Mal auf den Philippinen gespielt. Wie ist es gelaufen? Mochten euch die Leute?

Barney: Es war eine tolle Erfahrung, in einem neuen Land zu spielen macht immer Spaß. Noch toller war, dass wir die Bühne mit ANTHRAX, DEATH ANGEL und HELLYEAH geteilt haben! Alle Bands waren großartig und die Stimmung war total aufgeladen. Die Philippinos sind zwar meistens ziemlich klein, aber die Jungs wissen, wie man Spaß in einem Moshpit hat, das kann ich dir aber sagen ;). Ich muss sagen, die Extrem Metalfans hatten ein besonderen Spaß mit uns auf dem Festival in Manila, schließlich waren wir die einzige Death Metal Band im Billing. Am nächsten Tag sind wir nach Cebu gereist, einer Insel, auf der wir die zweite Show auf den Philippinen gegeben haben. Das war auch für uns eine intensive Erfahrung. Es war irgendwie lustig, es sind nämlich gut 400 Fans auf diese Insel gekommen! Metal is truly alive in Asia my friends!

Ist irgendwas Interessantes passiert? Irgendeine kleine Story, die Ihr vielleicht erzählen wollt?

Rami: Nun, nichts zu Verrücktes, um ehrlich zu sein. Auf dem Pulp Summer Slam Festival auf den Philippinen sind wir zum eigentlichen Festival raus gegangen, um an unserem Merchstand rum zu hängen und unser Zeug selbst zu verkaufen. Da haben wir Dutzende von Leuten gesehen, die auf unseren Stand zugestürmt sind und sich brutal gegen den Stand selber und unseren Tisch, auf dem das Merch lag, gequetscht haben. Es waren tatsächlich über 70 Kerle, die total ausgerastet und gegen den Stand geballert sind. Das war total verrückt und total geil gleichzeitig. Hahaha!! Wir haben uns so gefreut, eine so große Menge von Fans auf uns einstürmen zu sehen, um Fotos zu machen, Autogramme zu holen und Merch zu kaufen und plötzlich hat so ein Kerl ein T-Shirt vom Tisch geklaut und ist weg gerannt. Das war kacke, aber immerhin ist er ein Glückspilz, denn wir haben ihn nicht gekriegt. Hahaha!

Für uns Europäer sind die VAE eigentlich nur Öl, Sand, Highendarchitektur und Leute, die in weiße Bettlaken gekleidet sind. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das schon alles ist. Würdet ihr uns einen Überblick geben, wie Dubai für einen Mitmetler aussieht?

Barney: Tja so ziemlich wie du es beschrieben hast… Hahaha! Außer dass du noch die riesigen Malls und so ziemlich jedes möglichen amerikanische Fastfoodfranchise vergessen hast! Dazu noch jede Menge unglaublich teure Autos und lauter Modeopfer, die überall herum laufen. Unglücklicherweise ist es für einen Mitmetler nicht grade das beste Heim. Hier gibt es kaum Metalkonzerte oder Orte, an denen man wirklich Metal sehen oder hören könnte. Wir haben nur eine sehr kleine Metalszene, aber immerhin noch besser als nichts, richtig?

Stellt euch vor, einige unserer Leser oder jemand von uns würde in die VAE oder nach Katar (Wo in paar von euch herkommen, wie ich hörte) in Urlaub fahren. Wo können wir abends hingehen, wenn wir Metal wollen? Irgendwelche guten Clubs oder Bars?

Barney: Metalgigs oder spezielle Clubs oder Bars für Metalheads sind hier draußen eine ziemlich seltene Sache. Wir hatten hin und wieder einige Rocknächte, aber nur mit Musik vom Band und selbst das nur unregelmäßig. Alles, um das sich die Barbesitzer hier scheren, sind Verkaufszahlen und Profit. Wenn man einen Metalthemenabend mit einer Dancenacht vergleicht, ist es offensichtlich, wer das größere Publikum anzieht…daher wird es wohl noch eine Weile dauern, bis wir hier extra Veranstaltungen für unsere Brüder und Schwestern des Metal in Dubai haben, bei denen man sich treffen und einen zusammen trinken kann. Aber bis dahin ist mein Haus an den Wochenenden immer verfügbar \m/ :)

Ich hab grade euer neues Album gehört. Es ist großartig, ich fand's saugeil! Besonders 'Shunk' ist mir aufgefallen. Die besondere Mischung der Growls und arabischen Sprache ist faszinierend. Habt ihr vor, noch mehr Lieder auf Arabisch zu machen?

Rami: Wir hatten einfach das Gefühl, dass es an der Zeit war, unsere eigene Sprache zu benutzen, um mal was Neues zu machen! James, unser Sänger und Bassist, hatte die Idee, Arabisch zu singen, weil bei diesem Song am Anfang arabische Dichtkunst vorkommt. James hat dann seine eigene Interpretation dessen geliefert. Karl Sanders hat uns bei den Vocals geholfen und es ist eine große Ehre, eine so legendäre Person mit auf dem Album zu haben! Karl sang die meisten englischen Parts, unterstützt von James, der die arabischen Abschnitte übernahm. Es ist noch nichts geplant, was Lieder auf Arabisch angeht, aber 'Shunk' klingt echt cool und wir sind stolz, dass es der erste Song auf Arabisch und Englisch ist. Sehen wir mal, was die Zukunft bringt.

Wie seid ihr auf den Namen NERVECELL gekommen?

Barney: Es passte einfach, weil es eine verzweifelte Situation beschreibt, wenn dir jemand auf die Nerven geht und du aus der Frustration ausbrechen willst, es aber nicht kannst, weil du gefangen bist in dieser Zelle und du gezwungen wirst oder dir einfach nichts anderes übrig bleibt, als mit dem Druck und Stress durch andere umzugehen.

Ihr spielt im Sommer auf dem Summer Breeze hier in Deutschland. Freut ihr euch darauf?

Barney: Absolut! Es ist eins der Festivals, deren Entwicklung wir die letzten Jahre verfolgt haben. Wir haben viele großartige Bands auf deren Liste gesehen und wir sind aufgeregt, weil wir diesen Sommer zu den Auserwählten gehören, die auf dem Summer Breeze spielen dürfen. Wir lieben es, in Deutschland zu spielen. Wir haben in den letzten zwei Jahren auf ein paar ziemlich coolen Festivals gespielt. Wir waren auf dem Wacken Open Air, With Full Force, Rock am Ring/Rock im Park und jetzt das Summer Breeze! Das wird super, da bin ich sicher!

Ihr habt 2009 in Wacken gespielt. Einige Stimmen hier sagen, dass es zu kommerziell und viel zu groß ist, um es als Besucher zu genießen. Wie habt ihr das von der Bandseite aus erlebt?

Barney: Wir wollen uns wirklich nicht beschweren. Ich kann diesen Standpunkt von der Sicht der Zuschauer aus verstehen, aber was wir so erlebt haben, macht das Wacken wirklich zum besten Metalfestival, auf dem man als Metal- oder Rockmusiker spielen kann. All die großen Namen spielen dort und nehmen auch dort ihre Live-DVDs auf, eben weil es einen so guten Ruf hat. Wir sind eine Band aus dem Mittleren Osten und als wir auf diesem Festival gespielt haben, waren wir sehr dankbar dafür. Es war eine Errungenschaft, nicht nur für NERVECELL, sondern für die gesamte Metalbewegung im Mittleren Osten. Die Tatsache, dass es eine Band von dort zum Wacken geschafft hat, war ein gewaltiger Schub für all die anderen Bands, ihre Musik ernsthafter anzugehen. Wir sind sehr stolz, 2009 auf dem Wacken Open Air gespielt zu haben. Es war ehrlich einer der Höhepunkte in unserer Karriere!

Und zu guter Letzt: Werdet ihr in Zukunft ein paar mehr Gigs in Deutschland spielen?

Rami: Ja, werden wir. Wir spielen, wie gesagt, auf dem Summer Breeze und auf dem Rock im Betonwerk, beide im August in Deutschland. Bald werden auch noch andere Shows bestätigt und wir sind aufgeregt, bald in Deutschland Songs von "Psychogenocide" spielen zu können. Deutschland ist eins unserer Lieblingsländer, um darin zu spielen und wir können uns kaum erwarten! Wir hoffen, euch alle dort zu sehen! Cheers!

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