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Interview mit Carmen R. Lorch und Jo Lang von Coronatus

Ein Interview von des vom 23.12.2009 (5511 mal gelesen)
CORONATUS überzeugen auf ihrem neuen bombastischen Gothic-Werk "Fabula Magna" wieder mit ihrem Gesangskonzept, nämlich mit zwei Leadsängerinnen, die sich die Rollen der Rockröhre und Opernstimme aufteilen. Wir bekamen die Gelegenheit, mit Sängerin Carmen R. Lorch und Gitarrist Jo Lang über musikalische Weiterentwicklungen beim neuen Album und die gemischten Kritiken des Vorgängeralbums zu plauschen.

Hi Carmen und Jo. Wie geht es Euch so? Alles gut innerhalb der Band?

Jo: Uns geht es wunderbar! Die neue und aktuelle Besetzung hat sich bei den Aufnahmen für unser 3. Album "Fabula Magna" sehr bewährt. Mit Spannung erwarten wir den VÖ und fiebern der Konzertreihe 2010 entgegen. Unter dem Motto "USA meets IRAN", durch den Neuzugang von Todd Goldfinger am Bass und Aria Keramati an der Rythmusgitarre, erlebt die Band einen mega Antrieb. Wir machen ja bekanntermaßen keine Politik sondern Musik und das läuft richtig gut!

Auch beim Gesang gab es ja offensichtlich wieder einen Stellungswechsel: Ada Flechtner ist nach nur 2 Jahren nicht mehr auf der Besetzungsliste zu finden und wird durch Lisa Lasch ersetzt. Wie kam das?

Jo: Besetzungwechsel wo man hinschaut...:-), das Jahr 2009 hat uns diesbezüglich sehr geprägt. 2007 haben wir schon einmal nach einer langfristigen Sängerin neben Carmen gesucht. Ada und Lisa waren damals unsere Top-Favoriten. Als nun Ada dieses Jahr aus der Band austrat, konnten wir Lisa für uns gewinnen, die sich die letzten beiden Jahre gesanglich fortgebildet und musikalisch stark weiterentwickelt hat.

Auch bei der zweiten Stimme gibt es einen neuen Namen: statt Carmen R. Schäfer übernimmt nun Carmen R. Lorch die klassischen Vocals. Nach den Bandfotos zu schließen, handelt sich aber um die selbe Carmen wie früher, richtig?

Carmen: Ja, zum Glück hast Du mich erkannt, puh! Nachdem ich schon eine Weile lang verheiratet bin, dachte ich, dass es nun an der Zeit ist, mal meinen Namen anzupassen.

Euer Konzept Gothic Metal mit zwei Frauen am Gesang, Lisa als Rockröhre und Du, Carmen, als Opernstimme, hebt Euch von den anderen Gothic-Kombos ab. Welche Gesangsausbildung habt Ihr oder seid ihr Naturtalente?

Carmen: Ich habe klassischen Gesangsunterricht seit 2000, habe auch vorher schon viel Musik gemacht, gesungen und mehrere Instrumente gelernt. Lisa nimmt ebenfalls Gesangsunterricht.

Ging ja schnell mit dem neuen Album "Fabula Magna", das ich übrigens für ziemlich gelungen halte. Der Vorgänger ist etwa ein Jahr draußen. Warum ging es so schnell? Habt Ihr noch Material von den letzten Aufnahme-Sessions übriggehabt oder wurden alle Lieder neu geschrieben bzw aufgenommen?

Jo: ...schön, dass das mal jemand fragt! Der Veröffentlichungstermin von "Porta Obscura" liegt fast exakt ein Jahr zurück. Eine verdammt kurze Zeit! Ambitionen muss man unterstreichen und ich kann mich daran erinnern, als wäre es gestern gewesen, denn zur selben Zeit, als "Porta Obscura" erschien, haben wir bereits bandinterne Listeningsessions abgehalten, um Songideen für "Fabula Magna" zu sammeln. Dabei handelte es sich um völlig neue Songideen und nicht um übriggebliebenes Material. Schon lustig, eigentlich haben wir uns zum VÖ von "Porta Obscura" bereits Gedanken über das Nachfolgealbumg gemacht. Die Frage freut mich insofern, da das letzte Jahr, diplomatisch formuliert, nicht ganz unstressig war und uns aber, jetzt im Nachhinein gesprochen, in unserer Sache sehr bestärkt hat.

Wie habt Ihr Euch musikalisch weiterentwickelt, oder blieb alles beim Alten? Mir scheint, ihr geht etwas mehr in die Mittelalterrichtung, was man vor allem durch stärkeren Einsatz der Geigen bemerkt.

Jo: Nun, eine musikalische Weiterentwicklung kann man sich auch einreden, aber ich persönlich freu' mich auf das neue Album, weil jeder von uns, trotz des enormen Zeitplans, Zeit gefunden hat, bestehende Spieltechniken zu verbessern, sich neue Techniken anzueignen und diese auf dem neuen Album auch umzusetzen. Die Mittelalterrichtung ist eher eine Konsequenz mit der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Sagen und Mythen. Diese Idee begegnete uns letztes Jahr bei den Studioaufnahmen zu "Porta Obscura" und ließ uns nicht mehr los.

"Fabula Magna" bedeutet übersetzt etwa "große Geschichte", wenn mich meine Mittelschul-Lateinkenntnisse nicht trügen. Worum geht es darin? Hat die Platte ein durchgehendes Konzept?

Jo: Direkt von einem Konzeptalbum würde ich nicht sprechen. Vielmehr geht es um die Begeisterung und Faszination für dem Ursprung von Sagen und Mythen. Eine kindliche, märchenhafte Fantasie - die man beim "Erwachsenwerden" - wie man so schön sagt - gerne mal ablegt, kann man auch nicht ganz absprechen. Und diese Thematik zieht sich schon wie ein roter Faden durch das gesamte Album.

Worum geht es beim Lateinisch gesungenen 'Est Carmen'? Hat der Titel etwas mit Dir, Carmen, zu tun?

Carmen: Nein, Carmen ist ja lateinisch für Lied. Der Text des Liedes 'Est Carmen'... ist ein vertontes Gedicht über die Wichtigkeit von Liedern für die Menschen, indem sie zum Beispiel der Freude, aber auch der Verzweiflung besonders gut Ausdruck verleihen.

Beim letzten Album "Porta Obscura" gab es ja gemischte Kritiken; ich fand es gut, von uns gab es 7 Punkte. Von einem härteren Rockmagazin musstet ihr eine harsche Kritik einstecken. Da gab es eine kleine Diskussion auf der Leserbriefseite des Mags. Wie ist das schlussendlich ausgegangen?

Carmen: Es gab überwiegend positive Kritiken. Es ist jedoch tatsächlich so, dass bei einigen renommierten Blättern Schreiberlinge ans Werk dürfen, die weder ausgebildete Journalisten noch Quereinsteiger mit den notwendigen Sachkenntnissen und objektiver Ausdrucksweise sind, schlimmer noch, die falsche Thesen aufstellen. Wenn ich jetzt z.B. über eine gute Metalcore-Band schreiben sollte, wäre es doch auch ein Unterschied, ob ich formulieren würde, das ist unbegabter Krach, der genauso klingt wie Band xy oder ob ich schreiben würde, die Band spielt schnell, präzise und anspruchsvoll, aber ob es einem gefällt, muss jeder selber entscheiden. Wenn jemand aber seine persönliche Meinung schreibt und diese als allgemeinverbindlich hinstellt, hat das nichts mit einer Musikrezension zu tun. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, in diesem Fall an das Magazin zurück zu schreiben. Da ich ein solches Magazin auch nicht lese, hatte ich gar nicht mitbekommen, dass sich die Leser darüber gestritten hatten!

Die Leser nicht, ich habe eigentlich gemeint, dass das Magazin Deinen Brief an die Redaktion als Leserbrief abgedruckt hat und wieder mit einem Kommentar geantwortet hat. Wie reagiert man da eigentlich als Künstler, wenn man eine solche Kritik einstecken muss? Hat das Eure Herangehensweise ans neue Album irgendwie beeinflusst? Nagt das am Selbstbewusstsein?

Jo: Man lernt mit Kritiken umzugehen. Für mich gibt es zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: daraus lernen oder Scheiß drauf! Ich frag mich immer, was hat es für einen Nutzen, sich darüber aufzuregen? Keinen natürlich, da bekommt man nur graue Haare davon. Die kommen schon noch von alleine. Wenn ich aber überlege, wie die Songs entstanden sind, kann ich nicht behaupten, dass dabei Argumente veröffentlichter Kritiken eine Rolle gespielt hätten.

Wie lief Eure heurige Konzertreihe? Auf Festivals konnte man Euch ja, soweit ich weiß, nicht bestaunen? Sind auch kommendes Jahr wieder Konzerte geplant?

Jo: Aaach, kann man so net sagen. Kommt immer darauf an, wann man sich wo aufgehalten hat. Was Festivals angeht, waren wir dieses Jahr immerhin in Ungarn und in Rumänien beim ROCKMARATON, beim METAL FEMALE VOICES FEST in Belgien und beim METAL FEST vertreten. Dazwischen waren noch Clubgigs. Wenn allerdings nächstes Jahr noch 15 Festivals und 30 Clubgigs dazukämen, würde ich das begrüßen :-).

Wie verbringt Ihr Weihnachten? Gibt es eine kleine CORONATUS-Weihnachtsshow oder nur die Weihnachtslieder unterm Christbaum?

Jo: Ha, Weihnachten wird aller Voraussicht nach mal richtig besinnlich und gemütlich. Ne kleine Verschnaufpause am Weihnachtsbaum muss schon drin sein. Aber lange dauert das nicht an. Denn im Januar stehen gleich die ersten Gigs mit unserer neuen Show an.

Dann viel Erfolg mit der Show und dem neuen Album. Gibt es noch etwas von Eurer Seite, das ihr loswerden wollt?

Jo: Ich würde sagen, aus unserer Sicht ist das Paket geschnürt und, wenn es das nicht schon getan hat, bereit auf die Reise gehen zu können. Wir bleiben jedenfalls dran und wenn sich die ein oder andere Bookingagentur findet ist das ein weiterer Schritt, Vielen Dank für das Interview!

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